"The Dark Country" ist die erste Regiearbeit des Schauspielers Thomas Jane (Der Nebel, The Punisher). Die Geschichte handelt von einem frisch verheirateten Paar, das seine Urlaubsreise mit einer nächtlichen Fahrt durch die Wüste beginnt. Und diese Fahrt hat es in sich: Um die Sterne besser sehen zu können, schaltet nämlich der Mann seine Scheinwerfer aus und das Paar fährt die Straße entlang, die quasi nur vom Nachthimmel beleuchtet wird. Als er die Lichter wieder einschaltet, steht plötzlich ein Mann auf der Straße, der kurz sich zuvor bei einem Unfall mit seinem Wagen überschlagen hatte. Den Aufprall überlebt er zwar schwer verletzt, aber offenkundig umgibt den Mann, den das frisch verheiratete Paar auf die Rückbank legt, um ihn ins nächste Krankenhaus zu transportieren, ein dunkles Geheimnis: Zunächst scheint er absolut verzweifelt zu sein, schreit herum und ist am Boden zerstört. Dann macht er Andeutungen, die darauf schließen lassen, dass er das Paar von irgendwo her zu kennen scheint ... Eine grausige, scheinbar nicht enden wollende Nacht nimmt ihren Lauf.
An dieser Stelle beende ich einmal meine Inhaltsangabe...
"Dark Country" ist eine Kreuzung aus waschechtem Neo Film Noir und Roadmovie mit einer äußerst mysteriösen Handlung, sehr guten Schauspielern (Jane und German) und phantastischen Bildern: Diese sind zwar deutlich künstlich (Blue Screen), sollen es aber auch sein. Gerade diese schaffen eine Atmosphäre, die die unwirkliche Situation der Handlung noch verstärken, zum Beispiel die beinahe grell scheinenden Sterne während der Fahrt bei ausgeschalteten Scheinwerfen durch die menschen- (und verkehrslose) Wüste. Oder allein die Szene, in der der Filmtitel über den Bildschirm läuft, fast wie bei einem alten Jack Arnold-Film.
Auch der Storytwist am Ende ist einfach klasse und bietet viel Spielraum für Interpretationen. Man fragt sich, ob all das nur ein dunkler Fiebertraum oder tatsächlich Realität ist. Man kann in beide Richtungen deuten...
Dies mag dann auch für einige ein Problem darstellen, da der Film eben keine Antwort gibt, man bleibt nach dem Abspann sitzen und hat viele Fragen im Kopf. Hier bietet sich auch ein Vergleich zu David Lynchs "Lost Highway" an, dem "Dark Country" beinahe eine Hommage sein könnte.
Alle in allem: Intelligentes, sehr spannendes und herrlich düsteres Spektakel und für mich eine echte Überraschung. Geheimtipp!!!
8,5 Punkte