Auf ihrem Weg in ihre Flitterwochen im Spielerparadies Las Vegas sind Dick (Thomas Jane) und Gina (Lauren German) in einen Autounfall verwickelt. Ihre Entscheidung das Unfallopfer mitzunehmen, stellt sich als fatal heraus.
Mein lieber Scholli, ein Ehepaar Dick und Gina zu nennen, dass nenn ich mal gewagt und findet man sonst nur in Pornos. Aber Gina würde ja nicht umsonst so heißen, wenn sie in diesem Film ihrem Namen nicht alle Ehren machen würde. So darf man direkt zu Beginn, nachdem das Paar im Motel übernachtet hat und Amerika auf den Wüstenstraßen in der Nacht durchquert, Gina dabei zusehen, wie sie sich mal schnell zum Höhepunkt fingert. Im Einklang der Harmonie erhöht Dick das Tempo der Fahrt. Wahnsinn, was manchmal für Metaphern eingebaut werden.
Nachdem wir den Anfang überstanden haben, kommt auch endlich etwas Spannung in meiner Hose auf, als der Schwerverletzte aufgegabelt wird.
Um nicht mehr zu spoilern wie nötig, will ich mal erklären, warum der Film in meinen Augen nur als mittelprächtiger Film abgeschnitten hat: Bis auf die düstere Grundstimmung und das hohe Tempo im Schlussdrittel findet man hier sehr viel Käse, gepaart mit Unlogik.
Beispielsweise wird hier einem Menschen mit einem Stein der Kopf eingeschlagen - man hätte vielleicht genauer darauf achten sollen, dass das wenigstens im Ansatz echt aussieht. Aber in dieser Szene sieht man, dass deutlich weit am Ziel vorbeigeschlagen wird. Ein weiterer Punkt in der Fehlerkiste ist, dass man den Schatten vom Kameramann sieht. Ich bin kein Fehlerteufel, aber Sachen die so deutlich ins Auge stechen könnte man vermeiden.
Diese beiden Beispiele könnte man noch als Schmunzler verbuchen - was mich aber weitaus mehr stört ist der Handlungspart, in dem versucht wird, eine Leiche zu vergraben. Dick und Gina, ihr fährt durch die Wüste, muss das wirklich sein, von der einzigsten Landstraße abzufahren um in der Prärie mit einem Schraubenschlüssel (!) ein Grab auszuheben? Bevor die Leiche jemals von Cops gefunden wird, sind schon die Aasgeier verstorben, die den Kadaver des Ermordeten gefressen haben.
Man könnte evtl. noch erwähnen, dass 90% des Films im Auto abspielen, dass deutlich erkennbar im Studio plaziert wurde. Auch wenn die Landschaften und der Himmel punkten können, ist es CGI-Konserve aus dem Computer.
Der Schlusstwist kann punkten, lässt mich aber dennoch unbefriedigt zurück.
So, genug gemeckert, alles in allem ein netter Mystery-Thriller für zwischendurch.
5/10