"U-571" ist ohne Tiefgang, versinkt allenfalls in den das Niveau betreffenden Tiefen der belanglosen Hollywoodfilme. Ganz schlimm: Beim Abtauchen lässt man den Realismus gänzlich an der Wasseroberfläche. Historisch gesehen stimmt es hier hinten und vorne nicht, denn die im zweiten Weltkrieg Seeschlacht entscheidende "Enigma"-Chiffriermaschine wurde von den Briten geborgen. Und dieser grobe Schnitzer ist keineswegs zu verschmerzen, denn "U-571" soll kein reiner Unterhaltungsfilm sein, sondern auf geschichtlichen Hintergründen beruhen, die allerdings völlig verfälscht werden. Im Prinzip schmücken sich die Amerikaner hier mit fremden Lorbeeren. Aber dem amerikanischen Publikum wird es egal sein, geschweige denn es weiß überhaupt um die wahren Begebenheiten. Dass es dann auch gar nicht das U-571 war, sondern das U-110, dem die Enigma abgenommen wurde, kommt zu allem Übel ebenfalls noch dazu.
Des weiteren verabschiedet sich der Realismus auch in vielen anderen Bereichen. Angefangen von taktischen Unglaubwürdigkeiten über die viel zu saubere, ja an einigen Abschnitten fast schon sterile Location bis hinzu zu der Zerlegung eines Zerstörers mittels einem niedlichen Torpedo, die dem Fass den Boden endgültig ausschlägt. Die Figuren sind zudem nicht mehr als Abziehbilder eines U-Boot-Charaktere-Sammel-Stickeralbums und bleiben bis auf ganz wenige Ausnahmen ohne erkennbare, natürliche Gefühle oder Emotionen absolut blass. Harvey Keitel sichtlich unterfordert, weiß auch nicht, wohin mit abwechslungsreichen Mienen.
Was bleibt hier also noch großartig an Sehenswertem übrig? Eigentlich nicht viel, denn nach einem vielversprechenden Beginn geht es erst einmal in spannungstechnisch flache Gewässer. Zudem sind viele Szenen auch noch aus "Das Boot" verblüffend genau abgekupfert. Die Spannung bei Bombardements mit Wasserbomben ist aber immerhin gegeben. Auch die Optik und einige Actionfans zumindest stimulierende Szenen können zugegebenermaßen überzeugen, wogegen die musikalische Untermalung bei Erfolgen beispielsweise teilweise gnadenlos unpassend ist und eher einen Abenteuerfilm besser begleiten würde.
"U-571" ist ein nicht Zünden wollendes U-Boot-Feuerwerk, dass aufgrund starker Verfälschung historischer Ereignisse und sonstigen Abwenden von Realismus auf unterdurchschnittlichem Niveau schwimmt - Ein Kriegsfilm, der schnell wieder in der Versenkung verschwinden wird. (Noch 4/10 Punkten)