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Die asiatische Variante des Blaxploitation Hits COFFY überzeugt durch die unfeine, aber stringente Regie von Suen Chung [ CITY WAR, HUMAN LANTERS, THE KID WITH A TATTOO ] und der trivial – violenten Handlung, wobei das Thema Selbstjustiz besonders gegen Ende genüsslich ausgekostet wird.
Hongkong ist beherrscht von Sex, Drugs & Rock'n'Roll; der davon profitierende Abschaum kurbelt sein Geschäft mit allen Mitteln an. In der kriminellen Szene steckt auch fast jeder bis zum Hals mit drin, ob nun scheinbar moralisch integerer Politiker oder korrupte Polizisten; Frauen sind durchweg Ware oder Freiwild.
Die Krankenschwester Gao Wanfei [ die frühere taiwanesische TV Schauspielerin Chen Ping in der Pam Grier Rolle ] musste mit ansehen, wie ihre Schwester trotz Warnungen dem Sumpf verfällt und fast an einer Überdosis draufgeht; nachdem sie zuvor noch vergewaltigt wurde.
Der in sie verliebte Cop Deng Weipin [ Yuen Hua ] ist ihr scheinbar auch keine Hilfe, durchsucht er eigenmächtig doch ausgerechnet die Wohnung ihres Freundes He Jingye [ Antonio Ho Wing-on ] , natürlich sehr zu ihrem Unmut. Es wird auch nichts gefunden, Jingye ist aber nicht sauber wie von ihr angenommen, sondern wurde von dem Kollegen von Deng vorgewarnt.
Währenddessen geht sie alleine auf Rachefeldzug.
Dieser schaut zumeist so aus, dass sie sich leicht bekleidet und mit den Waffen der Frauen in der verursachende Gang einschleust, so Zutritt zu sonst geheimen Verstecken verschafft und die Männer immer dann erledigt, wenn diese buchstäblich die Hosen unten haben.
Für genug Sexploitation ist also gesorgt, wobei allerdings die wenigsten ihrer Todesmissionen so aalglatt wie gedacht vorgehen, sondern zumeist ein erbitterter Kampf um Leben und Tod entbrannt.
Die Actionszenen sind dann auch allesamt ungehobelt und ohne Einsatz von tänzerischem Martial Arts inszeniert, und finden auch passenderweise an recht unfreundlichen Orten statt: Sei es eine riesige Müllverbrennungsanlage, einem halbgebauten verwahrlosten Hochhaus, in einem dunklen Abwasserschacht oder doch nur den geheimen Sadomaso – Keller.
Die Showdown ist auch angemessen in Szene gesetzt, Wanfei crasht mit ihrem Auto erst durch das Haus ihrer Peiniger und besorgt sich dann aus dem hauseigenen Waffenschrank erstmal eine Pumpgun; der folgende Gewaltausbruch wird mit blutigen Zeitlupen fast schon zelebriert.
Grosse Kunst ist das natürlich nicht, zwischendurch wird auch leicht der anfangs eingeschlagene Weg verlassen und etwas unsicher herummarschiert, aber die knallbunten Farben, der reisserische Score und der hohe Sleaze – Anteil lassen das vergessen.
Macht Laune.

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