Inhalt:
Hongkong 1976. Die Drogen-Triaden haben ihre Geschäfte voll im Griff, die Polizei-Behörden sind hilflos und komplett überfordert. So auch Inspektor Deng Weipin (Yue Hua), der der Lage nicht Herr wird, und zudem mit korrupten Vorgesetzten und Mitarbeitern zu tun hat.
Wieder wird die Polizei gerufen, als eine junge Frau bewusstlos mit einer Überdosis in einem der Tanz-Lokale der Stadt aufgefunden wird. Dengs Freundin, die Krankenschwester Gao Wanfei (Chen Ping) ist mit dabei, als ihre Schwester Gao Wanjing (Mi Lan) gerade noch so eben vor dem Tod bewahrt werden kann. Wanfei ist außer sich vor Wut, wirft Deng und der Polizei Inkompetenz vor, und schreit heraus, dass man alle Drogen-Gangster töten müsse.
Sie beschließt, das Recht selbst in die Hand zu nehmen, und sagt den Drogen-Triaden den Kampf an. Sie geht under cover, als eines der leichten Mädchen, die für eine Dosis ´alles tun´würden, gegen die Gangster vor, und kann sogar nach einem heftigen Kampf 3 von ihnen töten. Nunmehr sind die Gangster um ihren Boss Wu (Wang Hsieh aka Wong Hap) gewarnt, sie lassen sich nur all zu ungern in die Suppe spucken. Derweil wird ein Polizei-Spitzel, Wei (Lin Wen-Wei), enttarnt, die Gangster sind da nicht zimperlich, Wei landet bei lebendigen Leib in der Müllverbrennungsanlage und Deng muss somit einen empfindlichen Rückschlag in seinen Ermittlungen hinnehmen.
Wanfei´s Geliebter ist nicht Deng Weipin, sondern der aufstrebende Politiker He Jingye (Si Wai aka Szu Wei). Doch gerade der wird klammheimlich von Wu geschmiert, damit die Drogen-Deals der Triaden noch ungestörter ablaufen können. Zudem betrügt er Wanfei mit etlichen jungen Damen nach Strich und Faden.
Wanfei dient sich als Prostituierte im Triaden-Puff von Chefin Margaret (Angela Yu Chien) an, Gangster Ma Yuan (Tien Ching) will sie seinem Boss Wu vermitteln, was die eifersüchtige Margaret zur Weißglut bringt. Als sie auffliegt, spielt sie indes die Gangster gekonnt gegeneinander aus, Ma Yuan kann seinem tödlichen Schicksal nicht entgehen und wird brutal erhängt.
Als Wanfei entweichen kann, ist der Zeitpunkt der Abrechnung da: Mit einem Wagen crasht sie in das Hauptquartier der Gangster, und es kommt zum mit äußerster Brutalität geführten Show-Down, als Wanfei mit einem Gewehr bewaffnet das Feuer auf die Triaden eröffnet.
Als Wanfei unter den Gangstern aufgeräumt hat, nimmt sie sich He Jingye vor.
Kritik:
Regisseur Sun Chung gestaltete im Jahre 1976 diesen temporeichen und actiongeladenen, trashig angehauchten und äußerst unterhaltsamen Film mit viel Erotik, Sexploitation (Softcore) und Baller-/MA-Action für die Studios der Shaw Brothers.
Die rasante Handlung ist natürlich entsprechend simpel, ein einfacher Rache- und Selbstjustiz-Plot, intensiv in Szene gesetzt, Trash, Erotik und Action stehen im Vordergrund. Die Story wird aber stringent und einfach zu verfolgen in Szene gesetzt, die Figuren rasch eingeführt. Eine junge Dame, enttäuscht von der Polizei, sexy und emotional durch das Schicksal ihrer Schwester aufgeladen, wird zum Selbstjustiz- und Rache-Engel, ala chinesischer "Frau die Rot sieht". Daraus speist sich die schematische Story, die Action, die Gewalt, garniert mit Sexploitation.
Chen Ping, Shaw´s Adult-Ikone, ist denn diese Rolle auf den sexy Leib geschneidert. Sie sieht natürlich top aus, heult und schreit erst vor Wut, dann setzt sie ihre Rache-Gelüste fast cool und ihr sexapeal dabei nutzend um. Chen Ping trägt diesen Actioner fast im Alleingang, und ballert am Ende alles aus dem Weg was ihr in die Quere kommt.
Yue Hua, der Mann an ihrer Seite, als schwitzend-überforderter Cop, der ob seiner Hilflosigkeit und korrupter Kollegen und Vorgesetzter an die Decke gehen und am Rad drehen könnte. Das spielt Yue Hua absolut überzeugend. Tien Ching in seiner Parade-Rolle als schmierig-schleimiger Günstling, macht das gekonnt wie immer. Wang Hsieh (aka Wong Hap) als notgeiler, sich an Sado-Maso-Spielchen stets verlustierender wie wutschnaubend nur an Erfolgen interessierter und wenn es brenzlig wird stets hektisch nach Auswegen suchender Gangster-Boss, ist ideal besetzt.
Die Gangster-Handlanger, unter ihnen Chan Shen, immer agil, hektisch und brutal, führen sie die Rache- und Konsequenz-Morde für Verrat kompetent durch, und zerren die sich wehrenden Opfer zu den Stätten ihrer Hinrichtung. Angela Yu Chien ist als vamphafte Puff-Bossin erste Wahl, und der von schierer Eifersucht motivierte Girlfight mit ihr und Chen Ping, natürlich ein Highlight, die beiden attraktiven Actricen dreschen aufeinander ein, das hat natürlich was.
Schäbige Baustellen, eine verwaist-einsam gelegene Müllverbrennungsanlage, Puff-Räume, Drogen-Küchen mit Matratzen-Ecke für schnellen Sex, edel-verrucht-anrüchige Tanz-Schuppen und Schmuddel-Bars, das sind die Dreh-Stätten mit denen sich Sun Chung her abgibt, was für die entsprechende Atmosphäre in seinem trashigen Werk sorgt. Fast immer geht es irgenwie um Sex, fast immer ist ein Angerufener auf irgendeine Art mit Sex beschäftigt, dazu schmuddelige Sado-Maso-Szenen mit Wang Hsieh der dazu die Peitsche schwingt. Mädchen werden missbraucht und gequält, zum Sex für eine Dosis Heroin genötigt, es wird erpresst und abgestochen. Chen Ping und andere Damen zeigen ihre straffen Brüste, ihren knackigen Busen, viel nackte Haut und Tatsachen.
Da gerät die Fightaction aber nicht ins Hintertreffen. KungFu gibt es nur wenig, Yue Hua darf austeilen und wird selbst vermöbelt. Chen Ping zeigt ein paar Schläge und Tritte. Das reichte, dass letterboxd.com und rateyourmusic.com den Streifen auf ihren Listen hinsichtlich "MA-Filme der Shaw Brothers" aufführen. Ein ´richtiger´Eastern ist "The Drug Connection" ("Sexy Killer") indes nicht. Aber geprügelt und geballert wird reichlich. Und vor allem das bleigeladene und intensiv-dramatische Finale mit hohem Bodycount und blutiger Baller-Action bringt den Film von Sun Chung gediegen ins Ziel. Damit nicht genug, kann auch der saubere Herr Jungpolitiker, schmierig-verlogen dargestellt von Si Wai (Szu Wei) als Schwiegermuttis-Liebling-Typ im Maßanzug, seinem blutig-bleihaltigem Schicksal verdientermaßen nicht entgehen.
"The Drug Connection", einfaches Schema und simple Selbstjustiz-Story, hohes Tempo, Sexploitiation, sich voll reinhängende Darsteller, sexy Chen Ping und geile Action ergeben einen unterhaltsamen Film, nicht mehr, nicht weniger.
7/10.