... oder: Täglich grüßt der Free-Runner! Denn leider kommt auch dieser Film nicht ohne einen umher springenden Zirkusaffen in Menschengestalt aus. Scheint wohl zur Zeit das coolste Ding auf Erden zu sein. Hätte aber auch gut ohne leben können - ebenso wie in "Stirb langsam 4.0" oder "The Punisher: War Zone". Lässt man mal diesen Faktor außer acht ist "The Tournament" ein kurzweiliger und harter Actionfilm, der zu unterhalten weiß.
Alle sieben Jahre wird ein Turnier zwischen den 30 besten Profi-Killern der Welt veranstaltet. Und nur einer darf überleben! Während allen voran die Killer Lai Lai Zhen (Kelly Hu), Miles Slade (Ian Somerhalder) sowie der Sieger des letzten Turniers Joshua Harlow (Ving Rhames) wissen was auf dem Spiel steht, wird Pfarrer Macavoy (Robert Carlyle) eher zufällig in dieses Szenario befördert, als er durch den Free Runner-Killer Anton Bogart (Sebastian Foucan) dessen Peilsender inklusive Bombe runterschluckt. Nun beginnt auch für ihn ein Wettlauf gegen die Zeit, wobei er unerwartete Hilfe von La Lai Zhen erhält, während Harlow noch eine Rechnung mit einem der Killer offen hat...
Schön mal wieder was von Kelly Hu (X-Men 2) zu sehen, da es mal abgesehen von dem Trash-Vampir-Film "Devil's Den" recht ruhig um sie geworden war, nachdem sie um 2003 ein kurzzeitiges Hoch hatte. Sie macht einen guten Job, was man von fast allen Hauptprotagonisten sagen kann. Groß schauspielern braucht hier keiner, sondern in erster Linie ordentlich auf die Kacke hauen. Das machen Ving Rhames (Undisputed) und vor allem Ian Somerhalder (Pulse) recht gut. Und Rhames gibt sich als Obermacker vor dem Herrn, wenn er mitten im Kugelhagel seelenruhig seinen Revolver nachlädt. Als unfreiwilliger Zivil-Teilnehmer spielt dann Robert Carlyle (007 - Die Welt ist nicht genug) den alkoholsüchtigen Pfarrer, der nicht weiß wie ihm geschieht. Warum er nun zur Flasche greift wird allerdings nicht wirklich erklärt. In einer Nebenrolle sorgt zudem Scott Atkins (Undisputed 2) für spektakuläre Martial Arts-Einlagen.
"The Tournament" erfindet das Rad nicht gerade neu. Das will er auch nicht, denn was schon "Battle Royale" und "The Condemned" zu erzählen wussten wird hier einfach ohne großartige Inovationen weitererzählt. Natürlich haben auch hier die Veranstalter Dreck am stecken und machen das Ding aus Spaß an der Freude. Lediglich, dass das Gemetzel diesmal nicht in einer von der Öffentlichkeit abgelegenen Zone, sondern mitten in der Bevölkerung spielt ist neu. Irgendwie unlogisch ist auch warum nur der Free Runner auf die Idee kommt sich den Peilsender zu entfernen. Aber nach Logik sollte man in diesem Film ohnehin nicht suchen. Überrascht der Film einen handlungstechnisch kaum, so kann er jedoch mit guter Action aufwarten. Die Shoot-Outs sind überwiegend recht blutig - vor allem Somerhalder ballert im Stripclub ordentlich was weg - und die Nahkämpfe dreckig und hart. Es wird nicht gerade zimperlich miteinander umgegangen und weggebombt wird auch einiges. Die oben bereits erwähnte Free Runner-Nummer nervt allerdings auf Dauer und stellt dann auch das einzige Manko im Action-Sektor da. Mag sein, dass einige so was cool finden - ich gehöre wohl zu jenen, die bodenständigere Action bevorzugen. Der Score macht auch Laune und die Musik wurde überwiegend gut im Film eingesetzt. Und die englische Kleinstadt ist mal eine Abwechslung zur tropischen Insel-Location, wo solche Death-Turniere offenbar sonst abgehalten werden.
Wer also auf harte Actionkost im Stile von "Punisher: War Zone" und "96 Hours" steht dürfte mit "The Tournament" seine Freude haben. Nur schade, dass hierzulande sich die Sittenwächter wegen 'nem Hund zickig geben und das Ding um knapp vierzig Sekunden gekürzt auf den Markt werfen werden, weshalb es mich auch wundern würde, wenn die unzensierte Fassung einer Indizierung entgehen sollte. Denn es sind schon Filme auf dem Index gelandet, die weit harmloser waren als dieser Action-Spaß!