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Alle sieben Jahre treffen sich irgendwo auf der Welt die 30 besten Killer um ihren Champion zu ermitteln. Ganz in „Highlander“; - Manier: Es kann nur einen geben - gewinnt der letzte Überlebende. Der Preis: Ruhm und Ehre, ca. 10 Millionen Dollar und die Möglichkeit sich gefahrlos aus dem Geschäft zurück zu ziehen.

Damit verspricht der Plot wie auch der Veranstalter schon mal wenigstens 29 Tote... Der lädt in diesem Jahr die Eventteilnehmer in ein kleines Kaff nach Großbritannien, das sich durch seine nahezu lückenlose Videoüberwachung öffentlicher Straßen und Wege für die Austragung der blutigen Spiele geradezu aufgedrängt hat.

Um das Preisgeld wieder rein zu holen, werden die Bilder zu einer Reality-Show zusammen gestellt und einer kleinen ausgesuchten Riege von dekadenten Spielern präsentiert, die dafür jede Menge Bares auf ihren favorisierten Champion verwetten.

Die Idee ist keinesfalls neu. Im Gegensatz zu römischen Gladiatorenkämpfen finden die Spiele aber nicht in einer abgeschlossenen Arena, sondern Mitten in einer völlig unwissenden und überrumpelten Öffentlichkeit statt. Und damit keiner dummen Fragen stellt, wird dafür per Drehbuch dem Veranstalter genügend Macht gegeben um die Spiele erfolgreich zu vertuschen.

Die Regeln sind einfach: Jeder Killer trägt einen implantierten Sender und ein handygroßes Ortungsgerät, das den Aufenthaltsort der Mitspieler verrät. Jeder Besiegte muss sterben und es gibt ein Zeitlimit von 24 Stunden. Sollte es nach Ablauf der Frist mehr als nur einen „Champ“ geben, werden die Sender zur Explosion gebracht und keiner gewinnt.

Damit ist der Weg frei für ein Gemetzel bei dem im wahrsten Sinne des Wortes die Fetzen fliegen. Fetzen aus Haut, Fleisch und Knochen und das mit einer Leidenschaft und Frequenz, das einem schon mal der Atem stockt. Vor allem wenn einem unschuldigen Hund das Gehirn- und harmlosen Stripperinnen die Gedärme aus dem Bauch geschossen werden, feiert sich der Film und lässt die Blutkorken knallen, dass jeder Splatterfreak ehrfürchtig auf die Knie fallen müsste...

Hätte es der Film dabei belassen, hätte er sogar richtig gut werden können. Aber Nein: Nach etwa einem drittel Vorlauf kommen uns die Filmemacher mit dem 5 Gebot – „Du sollst nicht töten“ in Form eines hemdsärmeligen alkoholsüchtigen Priesters, dem ein, aus taktischen Gründen herausgeschnittener Sensor im Kaffee zum Verhängnis wird. Mit dem Ding im Magen muss er nämlich für die verbleibende Restzeit im gnadenlosen Kampf ums Überleben mitspielen. Töten oder getötet werden.

Und selbst jetzt hätten uns die Macher von „Crank“ wahrscheinlich einen Priester serviert, der sich zum Racheengel mausert und in wahnwitziger Weise a la „Blutiger Pfad Gottes“ den bösen Buben das fürchten lehrt. Nicht so in diesem Film. Hier hält man am moralischen Handlungsstrang fest und ödet uns mit erhobenem Zeigefinger an, während zeitgleich höchst lustvoll ein Blutbad nach dem anderen zelebriert wird. Damit nicht genug - es kommt noch schlimmer: Damit der „arme“ Junge die Spielzeit überlebt bekommt er eine „Supermutti“ in Form einer sich schuldig fühlenden Killerin an die Hand, die während er sie zum Guten bekehrt, ihn den Weg zurück zu seiner Gemeinde finden lässt. Weitere Ungereimtheiten dieses Filmes spare ich mir an dieser Stelle.

Fazit:
Um ein ernsthafter Film über das töten zu sein, ist der Film zu selbstverliebt in seine eigenen Massaker und damit entkräftet er jedes seiner pseudopazifistischen Argumente selbst.
Fast scheint es als wollte er sich am Ende für seine menschenverachtende Blutgier bei den Instanzen der Kirche entschuldigen und wie ein reuiges Kind die Hand hinhalten, damit man ihm die Schuld die es auf sich geladen hat, mit einem Patscher darauf vergibt. Zu ärgerlich um darüber nachzudenken…

1 von 10

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