Auf einen neuen Film von Quentin Tarantino ist man immer besonders gespannt. Im Falle von Inglourious Basterds sogar noch mehr als sonst. Über ein Jahrzehnt hat Tarantino sein Epos schon hinausgeschoben. Das der Film dann letzten Endes rasend schnell abgedreht wurde, war doch ziemlich überraschend. Ebenfalls das Tarantino so viele deutsche Schauspieler besetzt hat. Da war ein bisschen Skepsis durchaus angebracht. Doch diese erwies sich wieder einmal als unbegründet. Denn Tarantino weiß nun mal genau was er tut und der nun vorliegende Film ist tatsächlich sein bestes Werk seit Pulp Fiction, welches einige der besten Szenen und Dialoge enthält die er je inszeniert bzw. geschrieben hat.
Schon großartig ist in dieser Hinsicht der Beginn, welche eine Hommage an Sergio Leones Überwestern The Good, the Bad an the Ugly darstellt. Die Dialoge sind messerscharf und treffen auf den Punkt genau.
Doch Vorsicht denn Tarantinos World War Movie wird mit Sicherheit wieder einige auf dem falschen Fuß erwischen. Denn die titelgebenden Basterds tauchen eher selten in dem Film auf und so überrascht es auch wenig dass deren Kapitel meiner Meinung das schwächste in dem gesamten Epos darstellt.
Die anderen Kapitel sind allesamt mehr oder weniger großartig. Die Szenen in der Kellerbar oder die kurz vor dem Finale gehören mit zum Besten was man im Kino in den letzten Jahren gesehen hat.
Doch trotz der brillanten Inszenierung und der visuellen Kraft ist Inglourious Basterds in erster Linie ein Ensemble Film und dieses macht ihren Job meist sehr gut. Diane Kruger, Til Schweiger und Eli Roth waren jetzt nicht so prickelnd, ziehen sich trotzdem relativ gut aus der Affäre und stören auch nicht (nur Roths Hackfresse nervt ab und an). Brad Pitt spielt relativ gut, nur ist seine Figur wie die gesamte Basterds Truppe einfach zu schemenhaft und einseitig gezeichnet. August Diehl als Sturmbandführer verdient noch ein Extralob, trotz geringer Screentime ist er ganz stark. Am großartigsten sind aber sicherlich Melanie Laurent und Christoph Waltz. Die mir vorher völlig unbekannte Französin spielt groß auf und über Waltz wurde bereits alles gesagt. Er hat die interessanteste Figur des Filmes bekommen und macht auch einiges daraus. Oscarverdächtig. Nur sein Ende gefällt mir nicht wirklich muss ich sagen.
Fazit: Das lange Warten hat sich doch gelohnt. Wieder mal ist es Tarantino gelungen die allgemeinen Erwartungen über den Haufen zu werfen. Mit dem doch eher enttäuschenden Death Proof bin ich ihm noch auf den Leim gegangen, dieses mal wusste ich es besser.
Trotz der epischen Länge, hielt mich der Film durchgehend bei Laune. Nur der gemessen an den anderen Kapiteln abfallende Basterds Abschnitt und die meiner Meinung nach schwache Schlusseinstellung sind als Kritikpunkte zu werten. Knappe 9/10