Unrühmliche Mistkerle
Hier ist er nun also der neue Tarantino von vielen sehnlich erwartet und vom Regisseur selber schon seit Langem geplant.
Die Erwartungshaltung auf meiner Seite war dementsprechend groß, der Trailer hat nicht viel gezeigt aber erste Kritiken sprachen von wenig Action und viel Dialog.
Das 1. Kapitel startet wie ein Märchen „Es war einmal… In einem von Nazis besetzten Frankreich“. Nicht unbewusst gewählt wie mir scheint, da historisch gesehen einiges nicht den Tatsachen entspricht. Die Einleitung startet mit einer der vielen Dialoge, welche die gute Schauspielleistung von Christoph Waltz bereits hier auffallen lässt und sich durch große Teile des Streifens zieht. Er trägt die Rolle des „Judenjägers“ und ohne ihn würde echt etwas fehlen. Zudem hat er meinem Gefühl nach die längste Spielzeit von allen.
Das 2. Kapitel heißt wie der Film selbst"Inglourious Basterds ".
Es wird auf die Entstehung und die Aufgaben der Bastards eingegangen aber leider zu wenig. Ich hätte mir gerade hier mehr Action und Tiefgang erwartet. Einzig und allein die Geschichte von Till Schweigers gespieltem Überläufer wird genauer erzählt. Der spielt übrigens nicht mal so schlecht und stört eigentlich kaum hat aber auch wenig Dialog. Die Rolle welche er spielt kauft man ihm auch ab. Ich hätte mir diese Erzählweise für alle oder zumindest den wichtigsten Bastards gewünscht (Bärenjude oder Aldo). Brad Pit als Anführer geht OK auch wenn ich mir viele Schauspieler vorstellen kann, die für die Rolle besser geeignet gewesen wären.
Das 3 Kapitel "Eine deutsche Nacht in Paris " war meiner Meinung nach der schlechteste und langweiligste Teil ob gleich das für die Geschichte notwendig war. Aber die Dialoge waren hier nicht nur lang sondern auch wenig fesselnd. Daniel Brühl kann hier gar nicht überzeugen und nervt etwas. Ebenfalls kann ich ihm den Kriegshelden einfach nicht abnehmen.
Kapitel 4 "Operation Kino"
Das beste Kapitel für mich, vor allem wegen der coolen Kellerkneipenszene, die gute Spannung aufbaut und danach mit Action endet. Diane Krüger fällt hier auch auf allerdings nur optisch (wie immer hübsch anzusehen) schauspielerisch bietet sie leider eine schlechte Leistung. Sie agiert hölzern und irgendwie unmotiviert.
Kapitel 5 „Die Rache des Riesengesichts“
Finale! Nicht das erwartete Actionfeuerwerk, dafür etwas weniger Dialog und einige interessante Wendungen, für Cineasten nicht unvorhersehbar. Das Ende kann nicht vollkommen überzeugen und hinterlässt die ein oder andere Frage.
Fazit: Typischer Tarantino Film allerdings nicht durchgehend spürbar. Action fehlt, Schwarzer Humor kommt zu kurz, kultige Musik kaum vorhanden. Am Anfang und während des Films war ich etwas enttäuscht, da obige Dinge fehlten. Im Nachhinein betrachtet hinterlässt der Film allerdings einen guten Gesamteindruck. Eiserne Tarantinofans könnten dennoch enttäuscht sein.
Ich gebe dem Film gute 7/10.