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Experimentelles Fest der Kulturen



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-->Zweiter Weltkrieg. Eine Truppe von amerikanischen Juden wird beauftragt, im besetzten Frankreich Angst und Schrecken unter den Nazis zu verbreiten. Wegen ihrer Grausamkeit werden sie von den deutschen Soldaten fortan die „Basterds" genannt.
Zur selben Zeit beendet Reichspropagandaführer Goebbels seinen neusten Film „Stolz der Nation", der in einem kleinen französischen Kino uraufgeführt werden soll. Die US-Regierung erfährt, dass bei der Premiere die Oberhäupter des Nazi-Regimes vertreten sein sollen und sieht dies als perfekte Möglichkeit ein Attentat zu starten...

An sich bin ich die Nazi-Abrechnungsfilme etwas leid, weil die Deutschen immer nur mitzuspielen scheinen, weil sie zeigen wollen, mit wie viel Humor sie die Geschehnisse der Vergangenheit nehmen. Vielleicht kommt das auch nur mir so vor. Fakt ist: Hier haben wir wieder einen typischen Quentin Tarantino-Film, wie die Fans ihn lieben werden. Welcher Regisseure (vielleicht nebst der Cohen-Brüder) kann sich sonst erlauben, gefühlte 25 Minuten inhaltslosen Dialog an Anfang eines Films zu stellen - und die Zuschauer finden es sogar cool? Sicher wäre diese Liste nicht lang. Die Einteilung des Films in Kapitel ist - auch, wenn dies wieder einen betonten Stil-Faktor darstellt - durchaus berechtigt, denn der Plot schwankt von Kapitel zu Kapitel zwischen „interessant" und „lahm".

Was auch schnell wundert, ist, dass die Szenen des brachialen Trailers auch so gut wie alle brachialen Szenen des Films sind. Action ist nur minder vertreten, ebenso der angepriesene Gore-Faktor, der sich, besonders für einen Tarantino-Film, ebenfalls eher in Grenzen hält. Noch überraschender ist aber die fast völlige Abwesenheit der Titel-gebenden „Inglorious Basterds" unter der Führung von Brad Pitt, der seine Rolle mit ständig hervorgeschobenen Kinn eigentlich echt gut spielt. Stattdessen teilt sich der Plot in mehrere Sub-Plots auf, wodurch man natürlich prima verdecken kann, dass es keinen storytechnischen Konflikt gibt, den es, dramaturgischen Regeln zufolge, zu lösen gilt. 

Das bisherige mag, bis auf die Belobigung von Brad Pitts schauspielerischem Können, recht negativ erscheinen. Glücklicherweise sind es aber eben die Schauspieler, die in „Inglorious Basterds" tatsächlich noch einiges reissen. Und, man mag es glauben oder nicht, es handelt sich zum Großteil um deutsche Schauspieler die tatsächlich auch Deutsche spielen. Zudem ist der Film (natürlich im Originalton) gleich viersprachig (deutsch, englisch, französisch, italienisch) - und jeder Schauspieler spricht tatsächlich auch die jeweilige Sprache (Untertitel vorhanden) - wodurch der Film zu einer Art experimentellen Fest der Kulturen wird, wo man zeitweise wirklich Spaß hat, einfach zuzuschauen (zu hören, zu lesen), wie sich unsere deutschen Akteure wie Til Schweiger und August Diel unterhalten, während Brad Pitt mit vorgeschobenen Kinn im Hintergrund steht und wirklich kein Wort zu kapieren scheint. 

Somit erhalten wir ein zeitweise amüsantes filmisches Experiment, tatsächlich eher ein Film übers Kino als über das Nazi-Regime (selbst Hitler wird parodistisch weitestgehend verschont) und letztendlich eine persönliche Abrechnung Tarantinos mit dem Nationalsozialismus. Zum dramaturgisch ernst zu nehmenden oder gar aufrüttelnden Plot reicht es aber nicht - dafür ist der einzig brauchbare Kniff, nämlich der, das Pitts Rolle die Nazis für ihre Taten regelrecht brandmarkt, nicht effektiv genug.

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