Es ist kein Remake, kein typischer Tarantino, kein Geschichtsfilm und auch keine überzeugende Persiflage. Kurzum: Tarantinos neuestes Werk hat bei mir einen sehr gemischten Eindruck hinterlassen und ich frage mich, als was man diesen Film letztlich verstehen soll. Aber sollte man überhaupt den Versuch machen, ihn verstehen zu wollen?
Der Film unterhält über weite Strecken und das sehr gut. Da ist Waltz und seine grandiosen, von Spannung geprägten Auftritte, eine Handvoll guter Dialoge und das gekonnte Spiel mit Klischees von humorlosen Nazis und guten, tapferen amerikanischen Befreiern. Allerdings gibt es nicht sehr viel Action und die gezeigten Gewaltexzesse, insbesondere das Skalpieren, sind daher nicht nur unnötig sondern auch schlichtweg geschmacklos.
Überhaupt frage ich mich, wie ein Film mit deutschen Finanzmitteln gefördert werden konnte, in dem nicht mal der Versuch unternommen wird, zwischen Deutschen und Nazis einen Unterschied zu machen und in dem Wehrmachtsoldaten pauschal als Judenmörder dargestellt und zwecks Vergeltung skalpiert oder mit einem Baseballschläger zu Tode geprügelt werden. Auch wenn ich den Film völlig unpolitisch betrachte, so fällt es mir doch schwer, solchen Szenen einen Unterhaltungswert abzugewinnen.
Ich wage noch keine abschließende Bewertung des Films. Vielleicht werde ich den Film noch einmal ansehen und ihn besser oder vielleicht sogar schlechter finden. Was nach dem Kinobesuch bleibt ist viel Ambivalenz und ganz sicher ein wenig Enttäuschung.