Lange hat man auf das neueste Werk von Quentin Tarantino warten müssen. Nach den eher enttäuschenden beiden Vorgängern waren die Erwartungshaltungen entsprechend groß. Doch leider kann der neueste Streich des Meisters nicht so recht überzeugen. Das liegt in erster Linie an dem stinklangweiligen Mittelteil der Satire, der es völlig an Kraft und Intensität mangelt. Die teils recht blutig inszenierten Gewaltdarstellungen wirken zudem stellenweise etwas grotesk – eben typisch Tarantino und daher nicht wirklich in diesem Sinne ein Kritikpunkt. Die schauspielerischen Leistungen einzelner Protagonisten sind jedoch wirklich bemerkenswert. Hier sei besonders positiv und von den deutschsprachigen Darstellern auch nur Christoph Waltz in seiner Rolle als SS-Mann erwähnt. Eine beeindruckende Darstellung. Hätte Tarantino etwas flüssiger inszeniert und die Lauflänge des Films reduziert, wäre ein durchgehend unterhaltsamer Streifen daraus geworden. Denn genau den wollte er eigentlich produzieren. Vor allem das deutsche Publikum war ihm wichtig, denn die Deutschen sollten sich endlich mal einen Film über den 2. Weltkrieg ansehen können und sich dabei unterhalten statt ständig irgendwelche Schuldgefühle zu entwickeln. Hey Mann, wir leben im Jahre 2010 und verkörpern eine ganz andere Generation. In den vergangenen Jahren wurde alles aufgearbeitet, was es zu diesem Thema zu sagen gibt. Dafür brauchen wir nun wirklich keinen Tarantino. Es gibt auch andere wirklich gute Filme zum Thema die durchaus unterhaltsam und sehenswert sind, ohne dass man sich ständig entschuldigen oder im Erdboden versinken müsste. Bei Quentin fällt auf, dass er sich immer der gleichen Stilmittel bedient. Es gibt Streifen, bei denen das ja auch passend ist, aber der Italo-Western-Soundtrack a la Ennio Morricone ist nun wirklich zu abwegig. Selbst eine als Groteske oder Satire gekennzeichnete Produktion kann nicht automatisch bedeuten, dass ein Regisseur sich Narrenfreiheit bei der Gestaltung herausnimmt und Elemente miteinander verwebt, die statt einem Schmunzeln eher ein Fragezeichen hinterlassen. Bleibt nur zu hoffen, dass Tarantino bei seinem nächsten Projekt etwas innovativer zur Sache geht und sich bemüht, neue Wege einzuschlagen.