Inglourious Basterds (2009)
Gestern war es endlich soweit, ich war in der Stimmung mich auf „Inglourious Basterds“ einzulassen. Wieso hat das solange gedauert, ist ja schließlich ein Tarantino? Das liegt ganz alleine an der Tatsache, daß ich Kriegsfilme und auch Filme wie diesen mit historischem Hintergrund nicht gerne anschaue bzw. nicht ständig an diese traurige Ära erinnert werden will. Diesen Knacks habe ich vermutlich einem Lehrer zu verdanken, der ganze Schuljahre nur mit diesem Thema ausfüllte.
Doch es ist ein Tarantino und da muß man ihn schon gesehen haben um als Film Freund ernst genommen zu werden. Und mein Fazit lautet: absolut empfehlenswert!
Die Story ist für einen zweieinhalbstündigen Film eigentlich schnell erzählt doch werde ich wie in all meinen Reviews nicht weiter darauf eingehen. Aber eines kann ich sagen – es wird nie langweilig um die „Basterds“. Das liegt zum einen an der schon recht abgedrehten Idee und Vorgehensweise dieser „Spezialeinheit“ und auch an der Tatsache dass der Film zwar in Nazi-Deutschland spielt, aber irgendwie doch locker mit dem ganzen Thema umgeht. Lediglich im ersten der fünf Kapitel geht´s ernst und unlustig zur Sache, diese Passage bleibt aber auch die einzige. Tarantino will uns zum Glück gar nicht zeigen wie schlimm diese Zeit war, nein – er möchte uns schlichtweg unterhalten. Und das klappt hervorragend. Vor allem den Basterds schaut man gerne bei Ihrer „Spezialarbeit“ zu. Sie sind im Prinzip so eine Art „A-Team“ des 2. Weltkrieges und für jeden (Messer)Job zu haben.
Natürlich hat Tarantino auch diesem Film wieder seinen eigenen unübersehbaren Stempel aufgedrückt. Dafür liebe ich seine Filme, egal um welches Thema es geht – er macht immer was besonderes und originelles daraus. Ich finde es sehr vorbildlich, daß er sich für seine Filme auch genügend Zeit lässt und nicht einen nach dem anderen abdreht. Das zeigt seine konstant hohe Qualität die man kaum einem anderen Regisseur so aussprechen kann.
Auch bei „IB“ stimmt wieder alles. Die coolen Kameraeinstellungen, der stimmige Soundtrack (z.t. im Western Stil) und die gelungenen Dialoge. Auch die Action ist ok, spielt hier aber definitiv nur die zweite Geige. Das Prunkstück an „IB“ sind die perfekt ausgewählten Schauspieler und die fesselnden Dialoge bei denen man jeden Satz genießen kann. Nicht mehr aus dem Kopf gehen mir die Auftritte von Christoph Waltz. Wie genial der in seiner fiesen Rolle abgeht, kann ich nicht beschreiben – einfach nur geil. Aber auch der Rest vom Cast überzeugt, wobei für mich Brad Pitt als Chef der „Basterds“ noch das schwächste Glied ist. Auch eine Menge deutsche Schauspieler sind an Bord vor allem Til Schweiger und Daniel Brühl haben mir gut gefallen.
Also ein perfekter Streifen, wieso nur 9,5/10 Punkte? Nun ja die Ansprüche an einen Tarantino Film sind eben unfair hoch und da wird wirklich in den Krümeln gesucht. Das einzige was mich „stört“ ist die Tatsache, dass ich mehr von der Arbeit der „Basterds“ gesehen hätte. Relativ schnell geht es von der Vorstellung der Truppe hin zum finalen Einsatz. Zu schön wäre es gewesen, hätten die „Basterds“ auf dem Weg dahin noch etwas mehr Feindkontakt gehabt – aber das ist Jammern auf hohem Niveau.
Mein Fazit: ein weiteres Tarantino Highlight was wieder einmal zeigt zu was der Mann fähig ist, egal welchem Stoff er sich annimmt.
9,5 / 10