In IB dreht es sich um die Besetzung Frankreichs durch die Nazis. Ein zusammengewürfelter Trupp Juden nimmt allgemein Rache und skalpiert jeden, den sie für einen Nazi hält. Als ein Ufa-Film in einem Pariser Kino Premiere feiert, fliegt alles in die Luft. Samt der deutschen Führungselite. Manchmal gucke ich mir Filme an von denen ich glaube, ich musste sie einfach gut finden. Trifft das dann nicht zu, lasse ich sie mal ein Weilchen ruhen und gucke sie dann noch mal an. Zum Beispiel Fight Club, beim ersten mal gefiel der mir nicht. Das kam mir aber komisch vor und ich sagte nichts dazu. Ein paar Jahre später wurde er zu einem meiner Lieblingsfilme. Aber manche Streifen werden einfach nicht besser. Wie Marcellus Wallace sagt, die reifen nicht wie Wein. Leider gibt es in diesem Movie keinen nachvollziehbaren Spannungsbogen, es sei denn, man wäre eingefleischter Nazi. Dann könnte man wenigstens um den Führer und seine Chargen bangen. Aber wer bangt schon um den Führer und deswegen interessiert es nicht wirklich, ob das Kino in die Luft fliegt. Umgekehrt könnte die Spannung darin bestehen, dass das Unternehmen vielleicht nicht klappt, dann könnte man mit den Attentätern mitzittern. Aber der dramaturgische Zahn wird schon im Vorfeld dadurch gezogen, dass es ja zwei Anschläge gibt, die unabhängig voneinander stattfinden sollen. Dadurch werden die Widerstandsparteien gegeneinander nivelliert. Am Ende macht’s halt bumm. Oder eher Puff. Ich glaube QT wollte zwischen ein paar Autorennen und Nasebohren mal einen Nazifilm machen und ein paar Tabus aufbrechen. Er wollte halt nicht das übliche Naziklischee bedienen. Deswegen auch die Eröffnungsszene mit Waltz, die suggeriert, hey, es gab auch gebildete Nazis. Und wahrscheinlich hat er Recht, wenn er vermutete, dass das für viele eine Neuerung war. Allerdings ist wohl klar, dass Führungsoffiziere im Ausland die dortige Sprache beherrschten und auch sonst keine Proleten waren. Warum die Szene dann aber doch verrutscht, ist gerade der Twist. Der legere, gebildete Oberst lässt schließlich alle ermorden. Eben doch Klischee, mit ein bisschen gut gespielt Verzögerung. Subversiv wäre gewesen, eben das sein zu lassen. Dann hätte man sagen können, shit, bei den Arschlöchern gab es doch interessante Typen. Vertan. Wenn der Judenjäger das nächste mal auftaucht, bringt sein hinterfotziges Gesäusel nichts mehr, denn wir kennen ihn ja nun. In der Szene, als der Briget von Hammersmark erwürgt (talentfrei: Diane Kruger), da wäre der Punkt gekommen, die Katze aus dem Sack zu lassen, wer er wirklich ist. Doch so verpufft auch diese Szene. Man kann niemals wirklich lachen, weil einem keine ernsthaft komischen Momente vergönnt sind. Am ehesten noch die Tavernenszene. Man darf sich auch nicht fürchten, weil es weder eine Figur gibt, um die man fürchten muss, noch eine Tat, die man herbeisehnt oder verhindern will. Ja man kann noch nicht einmal etwas spoilern! Außer, dass der Führer draufgeht; nämlich im für mich lustigsten Moment des Film, als er sich mit Goebbels über den Premierenfilm amüsiert. Den Tiefpunkt dieses Brownploitation jedoch bilden die Titelgebenden IB. Irgendwelche Arschlöcher die anderen Arschlöchern die Skalps in expliziten Nahaufnahmen vom Schädel ziehen. Also nichts gegen die Nahaufnahmen, aber warum? QT hat eben seine Fangemeinde, die darauf verzichtet, mit Sinn oder so befrachtet zu werden. Anders ist mir die allgemein wohlwollende Kritik wirklich nicht zu erklären. Das betrifft in ähnlichem Maße auch auf Kill Bill zu und allem, was nach Jacky Brown noch kam. Wenn man sich zurückerinnert, wie zum Niederknien gut die Charakter in Reservoir Dogs oder Pulp Fiction aufgebaut sind, man denke mal an Butch, als er die Uhr kriegt und dann der Gong in die Jetztzeit führt. Wie hautnah einem diese Figuren gingen. Aber who the fuck is Aldo Raine? Und was Brad Pitt wohl in diesem Movie zu suchen hat? Den Yankee, der kiefertechnisch offenbar Marlon Brando als Paten persifliert, nehme ich ihm jedenfalls nicht einen Moment lang ab. Mit der Vorstellung wäre er bei jedem GZSZ Casting durchgerasselt. Würde sagen, bis auf Fiesling Waltz und Sylvester Groth als hemdärmeliger Goebbels ist der Film eine einzige verdammte Fehlbesetzung. Wenngleich ein derart unterbelichtetes Drehbuch wohl auch keine bessere verdient hätte. Bei Til Schweiger kann ich nur Tony Montana zitieren: Du hättest lieber die Schnauze halten sollen, dann hätten sie dich für ein Pferd gehalten… Zum Glück fiepst der Keinstimmhase nur wenig. August Diehl scheint sich auch irgendwie verlaufen zu haben. Der kommt offensichtlich gerade von einer Faschingsparty bei der NPD. Und that’s the Point. Vor 20 Jahren wusste QT, dass a Bunch of Stars noch keinen guten Film macht. Der Knabe soll statt Filme wieder Joints drehen oder besser noch, so richtig in die Scheiße geraten, dass es ihm wieder hundselend geht und er Hunger kriegt. Denn dass der Vogel genial ist, kann man wohl kaum bestreiten. Aber ist eben auch satt. Satt, satt, satt! 5 Punkte fürs routinierte Kameradraufhalten und noch nen halben für die guten alten Zeiten.