Kurz ist der Film und kurzweilig dazu. Die Hauptdarstellerin mit dem markanten Gesicht und dem durchtrainierten Body ist eine One-Woman-Show in Sachen Action. Klar, ist ja auch kein Zufall. Kenner wissen, dass es sich hierbei um eine Stuntfrau handelt, die sich nun in einer Hauptrolle versucht. Dies gelingt ihr in diesem Actionfilm recht gut. Doch wer schaut sich schon einen Actionfilm wegen der Dialoge an? Richtig, Fights und Tempo stehen in diesem Genre deutlich im Vordergrund. In ANGEL OF DEATH bekommt der Zuschauer so einiges geboten. Da Frau Bell Stuntwoman ist, versteht es sich, dass ihre körperlichen Vorzüge in den Kämpfen prägend im Fokus stehen. So harte Fights zwischen einer Frau und einem Mann oder mehreren Gegnern bekommt man auf dem heimischen Screen selten zu sehen. Das Zusehen tut hin und wieder schon weh. Garniert ist der Film mit zynischen und schwarzhumorigen Einlagen. Dazwischen gibt es einzeln verstreut comichafte Bildübergänge, die glücklicherweise zu spärlich eingesetzt wurden, um aufdringlich zu wirken. An den restlichen Darstellern gibt es auch nichts zu kritisieren. Sie spielen ihre teilweise überdreht skurrilen Charaktere sehr gut. Warum man diesem Streifen bisher nicht mehr Beachtung geschenkt hat, ist mir ein Rätsel. Tarantino-Fans, die mal leichte Kost benötigen, können hier bedenkenlos einschalten. Und alle, die durchtrainierte und hart kämpfende Darstellerinnen sehen wollen, die beruflich bedingt ihre Stunts selbst übernehmen, sollten UNBEDINGT einschalten! Der Film endet fast zu rasch und hat natürlich in den Ansätzen das Potential zu einer hoffentlich ebenso kurzweiligen Fortsetzung - müsste aber auch nicht sein, weil ANGEL OF DEATH auch ohne zweiten Teil eine runde Sache ist.