Die Profikillerin Eve gehört zu den besten in ihrer Branche. Ihre Jobs erledigt sie mit zuverlässiger Präzision. Aber ihr neuster Auftrag endet in einem Desaster. Eve bekommt ein Messer in den Kopf und eine Schülerin wird aus Versehen erschossen. Nachdem Eve die schweren Verletzungen so gut wie möglich auskuriert hat, wird sie von Erscheinungen des Mädchens heimgesucht, das sie unabsichtlich getötet hat. Die Killerin kommt zu dem Schluss, dass sie sich an ihren Auftraggebern rächen muss, die für den fehlgeschlagenen Job verantwortlich sind.
Frauen als Action Heldinnen sind in letzter Zeit ja auf dem Vormarsch, wie auch hier beim Angel of Death. Immerhin wählte man hier nicht ein zartes Püppchen a la Kite, sondern mit Zoe Bell eine gestandene Stuntfrau, die auch durchaus eine physische Präsenz ausstrahlt, was die Glaubwürdigkeit doch gleich mal nach oben schießen läßt (was die dumme Story aber gleich mal wieder zunichte macht).
Ist aber schon lustig, wenn unsere Assassine gleich zu Beginn ein Jagdmesser so ca. 10 cm in den Schädel gerammt bekommt und dies nicht nur locker überlebt, sondern auch nach kürzester Zeit wieder ohne Verband rumläuft und problemlos ohne Schutz duschen kann. Wohlgemerkt die Dame hat keinerlei Superkräfte. Noch viel spaßiger ist dann aber auch, das die versehentlich erschossene 14-jährige Eve in ihren Visionen erscheint, ihr den moralischen Trikottausch befiehlt und sie zwingt ihre mordenden Fähigkeiten gegen die eigenen Auftraggeber und der Unterwelt im Allgemeinen einzusetzen.
Gut die Geschichte ist Tinnef, aber wenigstens in Sachen Action hat man keinen Grund zur Klage. Es gibt hier zwar keine ausgefeilten Martial Arts Choreographien, dafür aber hart und dreckig auf die Fresse. Auch Frau wird nicht geschont und muß dabei eine ganze Menge an Prügel einstecken. Das zusammen mit der sehr kurzen Laufzeit lassen zumindest keine große Langeweile aufkommen, was auch für den Verzicht auf eine Love Story zutrifft.
Etwas enttäuschen war da aber schon die Auswahl der Bad Guy Familie, da soll ein bettlägeriger Opa die Macht über ein ganzes Syndikat haben, ein Topfschnittbubi versucht sich als halbpsychopathischer Nachfolger und die Tochter macht auf Femme Fatale, tötet eigenen Vater und schiebt es Eve in die Schuhe. Auch das Ende kann nicht recht Applaus hervorrufen, denn das ist sowas von offen, das man genauso gut "demnächst in Teil 2" inserten könnte, da eine zentrale Person der Antagonisten ungeschoren davonkommt.
Braucht man jetzt unbedingt den Film mit seinen lustigen Bildspielereien? Ich würde da mal ein energisches Jein in den Raum werfen. Die Stärken überwiegen knapp die Schwächen, aber Freunde zügiger Action oder kloppender Damen werden sicherlich ganz gut bedient.
5,5/10