"Bloody Wedding" (oder "Best Man") ist ein relativ unterhaltsamer Actioner mit ein paar dramatischen Augenblicken. Anderseits bleiben auch Witz und Humor nicht auf der Strecke. Was einem hier also geboten wird, ist schon ein kleiner Genre-Mix, den man sich getrost mal angucken kann.
Die Story ist zu Beginn ziemlich einfallsreich und ungewöhnlich zu gleich. Jesse Reilly (Luke Wilson) wird nämlich aus dem Knast entlassen und hat vor am selben Tag den heilgen Bund der Ehe zu schließen. Seine Kumpels holen ihn ab; Billy (Sean Patrick Flanery) will nur noch schnell zur Bank, um ein bisschen Geld abzuholen. Da das ganze etwas lange dauert, soll Buzz (Dean Cain) Billy etwas Feuer unter den Hintern machen, dass dieser nicht solange brauchen soll, weil ja schließlich gleich geheiratet wird. Doch als Buzz die Bank betritt, traut er seinen Augen kaum, denn Billy ist "Hamlet", der meist gesuchte Verbrecher zur Zeit, welcher gerade dabei ist, die Bank auszurauben. Nach einander platzen die anderen auch ins Gebäude und müssen feststellen, dass sie nun in einer schwierigen Situation stecken. Deshalb verbarikardieren sie sich erstmal in der Bank.
Als zu Anfang einer nach dem anderen das Gebäude betritt und die Streitereien beginnen, macht es wirklich Spaß, den Akteuren zu zusehen. An Witz mangelt es hier keineswegs, zumal der Handlungsbeginn auf jeden Fall mal etwas anderes ist. Ja, der Beginn ist schon fast kultig und wirkt als sehe man hier einen Tarantino-Streifen. Anfangs war der Film sehr vielversprechend.
Aber es dauert nicht lange und dieses "Flair" ist verpufft, denn im weiteren Verlauf gestaltet sich die Situation wie eine, die man schon öfter so gesehen hat. Man verschanzt sich nämlich im Gebäude inklusive Geiseln und stellt Forderungen, um irgendwie zu flüchten. Schade, dass der Streifen so weitergeführt werden musste, wo der Beginn mir doch außerordentlich gefallen hat. Der Auffenthalt in der Bank ist dann auch viel zu lang geraten, da hilft auch nicht der Vater-Sohn-Konflikt zwischen Sheriff Bud Phillips (Fred Ward) und seinem Sohn Billy, der mit "Hamlet" den modernen Robin Hood verkörpert.
Als eine Flucht versucht wird, zeigt sich einmal mehr eine sehr kritische Darstellung der Vorgehensweise vom FBI. Wieder sieht man die Jungs, die mit Rambo-Taktik handeln und nach dem Motto: "Scheiß auf Zivilisten und Geiseln" agieren. Hier erscheint mir so eine drastische Darstellung beziehungsweise FBI-Kritik doch zu sehr übertrieben. Und überhaupt sind die eigentlichen Kriminellen hier die "Guten" und die Cops, aber eben noch viel mehr die FBI-Menschen, die "Bösen".
Nun gut, Polizisten sind selten die Helden eines Filmes, aber trotzdem sollte man Verbrecher und ihre Vergehen nicht beklatschen oder bejubeln, wie hier. Unschuldslämmer sind zumindestens Billy und Buzz nicht.
Schauspielerisch bewegt man sich hier auf ansehnlichem Niveau. Alles was man bei diesem Genre rauszuholen konnte, hat man auch rausgeholt. Oscarreife Glanzlichter sollte man jetzt aber auch nicht unbedingt erwarten. Aber alles in allem kann man nicht meckern, da man auch viele bekannte Gesichter wie "Superman" Dean Cain, Fred Ward, Drew Barrymore oder auch Luke Wilson zu sehen bekommt.
In Sachen Action und Gewalt kann der Film teilweise auch ein paar gute Szenen anbieten, wobei es sich meist aber um Schießereien handelt, bei denen auch mal Einschuss-Sequenzen zu sehen sind. Die 18er Freigabe scheint für manche aber sicherlich etwas zu hochgegriffen.
Fazit: Anfangs sehr unterhaltsamer Actioner mit einer ordentlichen Portion an Humor. Zum Ende hin schwächelt die Handlung deutlich und kann höchstens mit einer kleinen Schlusspointe, was den FBI-Chef angeht, aufwarten. Knapp über dem Durchschnitt.