Review
von Hellhammer
Von der reinen Story haben wir es bei "Cripled Masters" mit einer 08/15 Rachestory zu tun, die aber nur als Aufhänger gilt um einige besondere Menschen gegeneinander in die Arena zu schicken. Im Film werden diese Menschen von Anderen als abschätzig Krüppel genannt - und tatsächlich kommen hier, anders als beim One armed Swordsman - echte "Krüppel" zum Einsatz. Die Idee, dass ein versehrter Kämpfer mit Ehrgeiz und Technik wieder zu Ehren kommt ist aber nicht neu und hat sicherlich auch reale, historische Wurzeln. Buddhistische Ideen und Ideen des Zen liefern die Grundlage für die gerade genannte Vorstellung. Der Mensch soll zur eigenen Vervollkommnung gelangen (wobei real die spirituelle Stärke gemeint ist) - ob der Körper versehrt ist spielt dagegen eine untergeordnete Rolle - die Kampfkunst ist ein guter Weg dazu.
Neu und besonders an diesem Film ist, dass zwei der Versehrten sich ergänzen und zusammen auch wieder eine körperliche Einheit bilden womit auch das Ideal der Gemeinschaft zu Ehren kommt.
Optisch auffällig ist sicherlich auch der hagere, schlanke und biegsame Meister der beiden versehrten Haupthelden.
Warum man noch einen unversehrten Kämpfer mit ins Team gibt kann ich dagegen nur vermuten- vielleicht hat man dem eigenen, progressiven Ideen doch nicht zu 100% vertraut, vielleicht aber auch nur wegen dem angedeuteten Storytwist im letzten Drittel.
Angenehm ist sicherlich wie viel Würde den Versehrten im Film zu teil wird - auch nach heutigen Maßstäben - wobei ich bereits ausgeführt habe, dass die Ideen, die dem zu Grunde liegen nicht neu sind one armed Swordsman, Zatoichi und etliche andere Filme kennen den versehrten - manchmal auch innerlich versehrten - Protagonisten). Dennoch sieht man das hier gebotene sonst nirgends und die Kampfszenen sind nett choreografiert (wenngleich nicht alles Sinn macht). Der Gegenspieler soll wohl auch ein Versehrter sein, hat aber wohl einen künstlichen Buckel (laut den Geräuschen mit Stahl verstärkt um ihn wie den Panzer einer Schildkröte zu nutzen) und Brandnarben im Gesicht, die aber sehr schlecht aufgekebt sind. Letztgenanntes sorgt dann bei Kritikern des Films mit dafür, dass das Prädikat Trash vergeben wird (was ich aber anders sehe). Auch wenn hier nicht alles rund ist nimmt der Film sich angenehm ernst und damit auch seine Charatere, die nur so auch zu der Würde kommen, die sie verdienen. Verdienen auch deswegen, da man sieht, dass beide sich tatsächlich um Kampfkunst- und Geschicklichkeitsfähigeiten verdient gemacht haben und hier Gutes leisten.
Ich vergebe daher überdurchschnittliche 6,5 Punkte, die Genrefans oder Fans von Unikaten gerne um einen weiteren Punkt erhöhen dürfen.
Die gerade erst erschienene DVD hat ein solides Bild, das nicht besonders scharf ist, aber ansehnlich ist (mit Ausnahme des Intros, das wie bei vielen Eastern in einer schlechteren Qualität vorhanden ist). Von mir eine Empfehlung sich den Streifen anzusehen und auch der eigenen Eastern-Sammlung hinzuzufügen.