Review


Inhalt:

China, vor vielleicht 100 Jahren. Lee Hong (Shun Chung-Chuen aka Frankie Shum) wird auf Befehl des extrem sadistischen Warlords Lin Ting-Kun (Li Chung-Chien) von dessem Schergen Tang (Thomas Hong aka Jack Con) brutal verkrüppelt. Lee Hong werden beide Arme bis zu den Schultern abgeschlagen.

Lee Hong, auf diese Art schwer gezeichnet und zeitlebens behindert, kann sich zu einem Sarg-Macher durchschlagen, und wird von seiner Umwelt gemieden und gequält.
Er kann schließlich in ein abgelegenes Bergdorf entweichen, und bei einem Landwirt unterkommen.

Tang ergeht es indes nicht viel besser, im Gegenteil. Auf grausamste Weise wird Tang von Lin Ting-Kun durch Säure gefoltert, und seine beiden Beine sind dadurch verkrüppelt. Auch Tang kann in das Bergdorf entweichen.
Beide Männer begegnen sich, und Lee Hong will sich an Tang rächen.
Doch beide Männer bündeln dann ihre Kräfte, um an Lin Ting-Kun gemeinsam Rache zu verüben.
Sie treffen auf einen Yoga-Meister (He Jiu), der beide Männer in KungFu unterrichtet, Tang und Lee Hong werden zu dessen Schülern.
"Wenn Du keine Arme hast, gebrauche Deine Beine. Und Du, wenn Du keine Beine hast, dann gebrauche Deine Arme und Hände!", so das Motto des Meisters.

Lee Hong und Tang lernen schnell, ihre schweren Handycaps zu überwinden, sie werden zu sagenhaften Kampfmaschinen.
Das spricht sich bis zu Lin Ting-Kung herum, der beide Männer liquidiert sehen will.
Er will dazu einen anderen KungFu-Fighter (Chen Mu-Chuan) gegen die beiden verkrüppelten Kämpfer ausspielen. Da der Meister der beiden an die "8 Jade Horses" die Lin besitzt heran kommen will, setzt Lin seinen neuen Fighter darauf an, diese Figuren zu bewachen.
Es kommt zum Kampf, doch der KungFu-Fighter stellt sich auf die Seite von Tang und Lee Hong.

Die "8 Jade Horses" gelangen in den Besitz des Yoga-Meisters, sie bergen ein Geheimnis, das eine weitere KungFu-Kampftechnik beinhaltet.
Der Meister und der KungFu-Fighter lüften dieses Geheimnis, und schließlich kommt es zum alles entscheidenden Show-Down zwischen den beiden "Crippled Masters" -Lee Hong und Tang- sowie Lin Ting-Kun.
Ein überaus brutaler Kampf auf Leben oder Tod, ist unausweichlich.


Kritik:

"The Cripples Masters" ist ein -trotz an sich routiniert-gängiger Machart- ziemlich ungewöhnlicher Eastern. Hier sind zwei wirklich stark behinderte Darsteller die Hauptakteure, zwei Männer denen wirklich die Gliedmaßen fehlen, und denen aller erdenklicher Respekt für ihre vor allem körperliche Leistung in diesem KungFu-Actioner gebührt.

Regisseur Law Chi konzipierte hier einen an sich sehr routinierten Rache-Eastern in gediegen-nüchterner Atmosphäre, die simple Geschichte wird ziemlich konzentriert und strikt-stringent hier umgesetzt und abgehandelt. Die KungFu-Fightaction ist rasant-dynamisch, klassische Techniken, gutes Dubbing und reelles KungFu, was hier geboten wird.
Die Figuren sind genre-typisch, der Villain überaus sadistisch-böse, beide Helden werden in KungFu geschult, und die Storyline mündet zielgerichtet in das actionreiche Finale.
Soweit, so typisch-gängig und gut, erwartbar und den eingefleischten Eastern-Fan routiniert unterhaltend, an sich ein Eastern wie Tausende andere.

Was den Streifen so speziell macht, sind die beiden Hauptakteure Shun Chung-Chuen (aka Frankie Shum) und Thomas Hong (aka Jack Con), die beide wirklich stark körperbehindert sind.

Ihre Leistung ist daher hier schon bravourös zu nennen, dem Einen fehlen wirklich die Arme bis zu den Schultern, dem Anderen die Beine, die nicht mehr gebrauchsfähig sind.
Das erspart dem Zuseher denn herzlich wenig, ein Schlucken überkommt einen, denn das mutet alles grausam an.
Die Frage stellte sich indes automatisch: Darf man das? Darf man so stark körperbehinderte Menschen -solche "Krüppel", ein ebenso grausam hartes Unwort für solche Menschen- für einen Unterhaltungsfilm einsetzen, sie damit auch irgendwie "zur Schau" stellend?
Ich meine nach der Betrachtung: Ja.
Denn die beiden zeigen hier, zu welchen auch körperlichen Leistungen ein Mensch fähig ist, ja über sich hinaus zu wachsen, trotz extremer Einschränkung im körperlichen Bereich.

Die beiden muss man bewundern, wie sie auch aufzeigen, dass man sich selbst annehmen muss, seine Behinderung, und das Beste daraus zu machen. Ihre Figuren negieren fast ihre Einschränkung im Laufe des Films immer mehr, so kommt es einem vor. Und so verliert sogar der Betrachter seine anfängliche Scheu, dieses Schlucken, und man steht vollends auf der Seite der gehandycapten Helden, die ihr Schicksal meistern, und in Rache ummünzen.
Aufgezeigt wird zudem die Grausamkeit der Menschen im Umfeld, die die behinderten Protagonisten auch noch psychisch quälen. Fast stoisch-kalt nimmt sich Law Chi dem an, was auch anfangs dem Zuseher das Blut gefrieren lässt, das ist schon besonders und eine weitere spezielle Nuance in diesem "an sich-KungFu-Actioner".

Ich sprach es in diversen anderen Reviews von mir an: Ich bin extrem hässlich, ein als extrem hässlich geltendes "Gesicht" entstellt auch meine Person. Und ich weiß daher nur zu gut, wie grausam Menschen -insbesondere weibliche- sein können. So konnte ich denn hier mitfühlen, erkannte den "Charakter" einiger Peiniger -im Psychischen- wieder. Diese Kälte mit der die "Normalos" das durchziehen, die Lust am Quälen.

Das trieb mich noch mehr auf die Seiten der Helden, denen alle Zuseher-Sympathien gelten, und vor denen man höchsten Respekt für ihre Leistung hier haben sollte, ja muss.
Law Chi gelingt es zudem, hier keine Freak-Show mit den beiden zu veranstalten, die ist dieser Eastern keineswegs.

Shun Chung-Chuen und Thomas Hong stehen hier im Zentrum des Geschehens. Die Figuren um sie herum sind denn genre-typisch:
Li Chung-Chien zieht als Chef-Villain alle Register an sadistischer Grausamkeit, er spielt das solide-routiniert. He Jiu ist als Sifu ebenfalls ein genre-typischer Charakter, der den Helden ja erst mal die richtige KungFu-Technik beizupuhlen hat, und das ja auf die Behinderungen der beiden abgestimmt, was wiederum speziell ist.
Chen Mu-Chuan ist quasi der "3. Held" hier, und als Normalo-SideKick derjenige, der für den Twist im Handlungsverlauf zuständig ist, gewitzt und gerecht, und den Villain erst so richtig "auf die Palme bringend".

Die KungFu-Fight-Action ist denn durch die beiden körperbehinderten Helden auch etwas speziell, aber reelles KungFu, klassische Techniken, rasant-dynamisch, intensiv und mit Drive, das konnte den eingefleischten Eastern-Fan überzeugen.
Ein nicht ganz gewöhnlicher Eastern, der sich seine respektablen 7 von 10 Punkten in meiner Bewertung absolut verdient hat.

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