Inhalt
Wir sind unmittelbare Zeugen mehrerer Tage/Wochen in dem Leben von Anna (Asia Argento) unbegleiten sie in guten aber auch überwiegend schlechten Erfahrungen als Schauspielerin die unbedingt Regisseurin werden will.
Bewertung
Der oben genannte Inhalt ist natürlich eine sehr platte Beschreibung dessen was sich in diesem sehr sehr intimen Werk und Regie Debut von Asia Argento abspielt. Als Tochter des bekannten Regisseurs Dario Argento sieht natürlich die gesamte Filmwelt auf jeden ihrer filmischen Auftritte und sonstige Lebensäusserungen.
Entsprechend hoch ist der Druck und dies wird auch im Interview auf der DVD deutlich. Übrigens schaue ich aus Zeitgründen Regie Kommentare und Interviews selten bei DVDs, aber hier kann ich nur eine volle Empfehlung für diese doch sehr wichtigen Hintergrund Informationen aussprechen.
Der filmische Part ist ein sehr direkt gefilmter, sicherlich teils improvisierter und auch ohne Drehgenehmigung eingefahrener Ablauf von kürzeren Szenen in der Begegnung mit Freunden und welchen die sich dafür halten. Kaum zuvor sieht man eine Darstellerin/Regisseurin die sich bewusst so real und teils unvorteilhaft filmt. Das spricht für ein grosses Selbstbewusstsein und das kann man Asia nur zusprechen.
Das ganze hat wirklich SOAP Charakter was positiv gemeint ist - es ist einfach die - im wahrsten Sinne - ungeschminkte Realität mit allen Ihren Höhen und vor allem Tiefen auf der Suche nach Geborgenheit und Liebe. Asia schont sich dabei in keinster Weise selbst. Und hier sieht man sie auch erwartungsgemäss in sehr offenen Sexszenen mit Männern und Frauen, dies ist ein Teil ihres - nach eigener Aussage - in manchen Phasen triebhaften Lebens. Die Darsteller sollen auch teils ihre (Ex-) Freunde bzw. Liebespartner sein was den realen Charakter des ganzen noch erhöht.
Die Grenzen zum Hardcore werden nicht überschritten, obwohl ich ihr diesen Schritt durchaus zugetraut hätte. Laut Interview hat sie sogar aufgrund einer entsprechenden Phantasie den Plan gehabt eine Tiersex Szene einzubauen von der ihr aber u.a. ihr Vater abgeraten hat. Respekt.
Die besten filmischen Momente mit - sicher unbewusster - starker positiver Reminiszenz an den (Über-)Vater sind die als sie im Drogenrausch fast ertrinkt und der Trip bzw. Turkey danach. Hier stürmt eine Bilderflut auf uns ein die meines Erachtens extrem gut gefilmt ist und vor Farben und Tiefe nur so strotzt. Hier wird die starke visuelle Kraft Ihrer Erbanlagen direkt in starke Bilder umgesetzt. Davon würde ich gerne mehr sehen.
Vielleicht haben wir ja bald Gelegenheit dazu. Eine Bewertung von SCARLET DIVA ist hier schwierig, natürlich spricht auch der Argento-Clan Fan hier mit und für "Aussenstehende" ist diese intime Nabelschau sicher nicht so nachvollziehbar und interessant und somit gebe ich Asia-Fan beeinflusste 9/10 Punkte.