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Mein Gott, das ist ja gruselig – da haben sie einen hervorragenden Schauspieler und einen ausgezeichneten Komiker zusammengebracht, um zusammen so eine Art Buddy-Action-Komödie zu drehen und was dabei rauskommt ist unterster Standard, ein totaler waste-of-talent in allen Bereichen.

De Niro spielt hier den Bullen Mitch Preston, der stoisch und hartnäckig pflichtbewußt seinen Dienst bewältigt, während der Streifenpolizist Trey (im Automatenmodus von Eddie Murphy runtergerissen) eigentlich lieber Schauspieler wäre.
Gewisse ungünstige Umstände zwingen beide in eine Reality-TV-Show rund um ihren Beruf, was die ungleichen (nee, echt?) Typen natürlich gegeneinander aufbringt. Reibungsflächen sind garantiert (wirklich?) und dann ist da noch ein blondierter Bösewicht (doll, wa?) mit osteuropäischem Akzent (och nö....), den es zu fangen gilt.

Da will man eine Komödie drehen, die den Umgang mit dem Reality TV und dem klischeehaften Bild des Kinobullen aufs Korn nimmt und was bekommt man? Genau die gleiche Suppe wie immer, die ebendiese Klischees wie geschnitten Brot verkauft.
Hier versucht man krampfhaft, „Lethal Weapon“ mit „Auf die harte Tour“ zu kreuzen, dabei geht das erstens gar nicht und zweitens hat der Woods/Fox-Film das wesentlich erschöpfend parodiert (und erfolgreich).

De Niro bleibt also nicht anderes übrig, als den mürrischen Paradecop (natürlich geschieden) zu geben und er tut es dermaßen gelangweilt, daß man meint, er wäre wirklich genervt gewesen. Murphy dagegen baut auf seine Standardnummer und das führt zu null Interaktion, denn die beiden Stile stoßen sich gegenseitig ab wie zwei magnetische Stile.
Dazu haben wir ein TV-Team rund um Rene Russo, daß sich jedes Mal den Zwickel vor Freude näßt, wenn die Filmcops über ein neues Filmklischee stolpern – falls es das ist, was sich Tom Dey unter einer Satire oder Parodie vorstellt, darf er gleich zurück auf die Schule.

Veranstalten sie also ein Suchspiel: finden sie den schwarzen, grimmigen Vorgesetzten; das mehrfache Chaos; die daraus folgenden Beurlaubung im Amt, den von Musik untermalten Zusammenschnitt des Reality-Alltags und ja doch, das Realitätscrossover, wenn die beiden sich von William Shatner alias T.J.Hooker Schauspieltipps geben lassen – so lustig, daß es schon wieder traurig ist.

Das Endergebnis ist nicht doof – es ist eher traurig und einfallslos, ohne die namhaften Darsteller wäre es ein brauchbares B-Picture mit ein paar netten Action-Set-Pieces, vor allem die Schlußszenen sind visuell erfreulich. Trotzdem eine sinnlos verschenkte Chance, die beweist, daß de Niro nicht auf Teufel komm raus Comedy machen wollen sollte, sondern auf die richtigen Chancen warten. Das ist beliebiger Schwund – darauf reinzufallen ist die Aufgabe von Bruce Willis. (4/10)

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