Wirklich amüsante Wiederbelebung der Buddykomödie, produziert von Top Star Will Smith. Tom Dey inszenierte zuvor den Film " Shang High Noon ", mit " Showtime " liefert er seinen zweiten Kinofilm beim Publikum ab. Außerdem hat man sich mit Robert De Niro und Eddie Murphy genau die richtigen beiden Hauptdarsteller ausgesucht. Zum richtigen Kracher reichte es dann doch nicht, aber der Film wurde auch kein Flopp. Actionfilme waren in den letzten Jahre eh Mangelware im Kino, da sind Leute wie ich über jeden Beitrag froh und " Showtime " erfindet das Genre zwar nicht neu, macht aber unheimlichen Spass, auch dank des humorvollen Drehbuchs von Jorge Saralegui und Keith Sharon.
Story:
Mitch Preston ( Robert De Niro ) ist ein knallharter Einzelgänger, während Streifenpolizist Trey Sellars ( Eddie Murphy ) die Gunst des Publikums sucht. Nun werden Beide in der Realityshow " Showtime " vereint. Produzentin Chase Renzi ( Rene Russo ) hofft damit auf einen großen Erfolg, um ihren Sender zu retten. Mitch passt das überhaupt nicht, da er gerade auf der Jagd nach Ceasar Vargas ( Pedro Damian ) ist, welcher eine neue Superwaffe in Umlauf bringen will. Nun hat er den vorlauten Sellars am Bein kleben. Doch nach ettlichen Streitereien raufen sich die Beiden zusammen und machen Vargas das Leben schwer.
Die Idee mit der Realitysendung im Film ist ziemlich neu und auch gekonnt umgesetzt, dagegen kommt die Story um die Superwaffe lang nicht an. Spielt eigentlich auch eher die zweite Geige und rutscht vor allem im Mittelteil zu sehr in den Hintergrund. Man beschäftigt sich hauptsächlich mit den beiden grundverschiedenen Hauptcharakteren Mitch und Trey, welche sich anfangs gar nicht ab haben können und gegen Ende zu einem guten Team zusammenwachsen. Doch bis dahin halten sie uns mit witzigen und peppigen Dialogen vor der Glotze. Beim Wortwitz beweist man schon einfallsreichtum und zitiert andere Kultactioner wie " Stirb Langsam, Lethal Weapon ". Man nimmt sogar Nachhilfeunterricht bei William Shatner, der Mitch als den schlechtesten Schauspieler der Welt abstempelt. Nur selten ist mal ein Rohrkrepierer dabei, man kann manchmal sogar laut loslachen und sitzt sowieso die ganze Zeit mit einem Grinsen im Gesicht vor dem Fernseher. Dank dem vielen Humor wird es niemals langweilig den Beiden zuzusehen, auch wenn man die Action etwas vernachlässigt.
Doch wenn es mal kracht, dann auch ordentlich. Die Shootouts strotzen nur so vor Sachschäden und am besten gefällt die lange Verfolgungsjagd im Mittelteil. Dafür geizt man wiederum beim Finale, es geht zwar Einiges zu Bruch, doch ich hätte mir mehr Krawall gewünscht und auch eine Prügelei mehr hätte nicht geschadet. Lediglich eine kurze Keilerei gibt Dey hier zum Besten. Aber man inszeniert handwerklich sehr hochwertig und spektakulär. Dagegen verlaufen die Ermittlungen von Mitch und Trey zu lahm und leicht. Jedes Mal wenn es nicht weiter geht, dreht Vargas wieder ein Ding, um auf sich aufmerksam zu machen. Aber das sind nur kleinere Mankos, welche der ausgedehnte Humor größtenteils übertüncht. Man hätte jedoch noch mehr aus der Idee machen können, vielleicht wäre es ja was geworden, aber man bekam die PG-13 vor die Nase gesetzt. Dann wären die Dialoge noch schimpfworthaltiger geworden und die Action vielleicht noch härter. Die Spannung ist hier ein eindeutiges Sorgenkind, sie will einfach nicht aufkommen.
Die Chemie zwischen Robert De Niro und Eddie Murphy stimmt. Die Beiden geben ein tolles Duo ab und putzen sich gegenseitig ordentlich runter. De Niro führt seine raubeinige Rolle weiter und Murphy versucht es auf die geschwätzige Tour. Rene Russo macht einen sehr guten Job und William Shatner ist ein brillanter Sidekick. Man nehme nur mal das Motorhaubenhechten, hier sind Lacher garantiert.
Fazit:
Kein Überflieger, aber die Idee allgemein ist gut umgesetzt, natürlich auf Kosten der Spannung. Der Humor funktioniert prächtig, dabei leisten die beiden Hauptdarsteller einen Löwenanteil. Aber auch der Rest der Rige macht einen guten Job. Zudem haben die Dialoge richtig Pepp. Die Action ist krachig, nur zu wenig vertreten. Kulisse und Sound machen auch was her. Einfach zurücklehnen und sich in Stimmung bringen lassen.