Hier haben sich einige Spoiler versteckt die beim Lesen hervorspringen.
Zu Beginn des Films können wir Robert DeNiro begutachten, der sich einer typischen amerikanischen Schulklasse vorstellt. Also lauter kleinen Kindern. Gleich mal beeindruckend wie man Kinder einschüchtern kann.
Sozusagen ein kleiner Vorgeschmack auf den Charakter den er verkörpert.
Kurz darauf wird uns Eddie Murphy vorgestellt. Er ist zwar Bulle, aber versucht sich als Schauspieler...... und nicht grade gut.
Hier geht schon der kleine psychische Trick von "Showtime" los. Es wird immer wieder über Hollywood-Polizei-Filme gesprochen, wie unrealistisch selbige sind. Das sich in Realität keine Autos überschlagen, niemand über die Motorhaube hechtet etc. Das zieht sich auch den ganzen Film über durch und hat auch (zumindest auf mich) ab und an mal die Wirkung, dass man schmunzelnd über die Kommentare nachdenkt. DeNiro geht so weit (naja, wurde ihm wohl Drehbuchtechnisch vorgegeben) und zieht Kollegen wie Clint Eastwood oder Bruce Willis durch den Kakao. Die Filmbullen halt.
DeNiro hat sich undercover bei Klein- bis Mittelkriminellen eingeschlichen und will gerade einen Drogendeal durchziehen, als Murphy die Sache auffliegen lässt. Interessanter Nebeneffekt: Der böse Drogendealer zückt eine grosskalibrige, vollautomatische HANDfeuerwaffe und ballert los. An dieser Stelle kein schlechter Einsatz von Zeitlupe. Als ein Fernsehteam auftaucht und rumfilmt, schickt DeNiro kurzerhand eine Kugel durch die Kamera.
Die Folge: Rene Russo, ihrerseits TV-Macherin, hat den glänzenden Einfall DeNiro zu vermarkten, als "Dirty Harry der Realität". Der hat natürlich absolut keinen Bock auf die Sache. Und zu allem Übel bekommt er noch Murphy an seine Seite gepflanzt, als Partner. Und dieser hat tierischen Geltungszwang.
Es folgt Aufklärungsarbeit, Hin und Her zwischen den zwei Hauptdarstellern. Verfolgung der Spuren der Waffenhoschis und langsames Anfreunden mit Eddie Murphy...
Mit kleinem, aber genialem Gastauftritt von William Shatner der sich selbst spielt (bzw. TJ Hooker).
Natürlich passieren im Verlauf des Films genau DIE Dinge die vorher als unrealistisch abgestempelt wurden. Mit dabei: Überschläge, Haubenhechten, Wagenaufspiessen und dicke Explosionen. Beide lernen voneinander und treten natürlich cool auf.
Showtime fängt relativ unspektakulär an, ich fand die ersten 20 Minuten recht langatmig. Ausserdem hat Eddie Murphy nicht sein Können gezeigt und hat deshalb neben DeNiro ziemlich alt ausgesehen (also Schauspieltechnisch, nicht wirklich vom Alter her, nur damit das klar ist... obwohl Eddie Murphy auch schon alt ist). Aber im Lauf des Films kommt schon alles ans tageslicht. Murphy zieht viele Register seines Könnens und DeNiro ist einfach schweinecool.
Darin liegt auch der Witz des Films, es sind wenig Klamaukreisser oder Pointenfeuerwerke enthalten. Er lebt mehr von der Gegensätzlichkeit der Partner (ein Vergleich mit Rush Hour ist glaube ich nicht unangemessen [Juhuuu doppelte Verneinung]) und vor allem von DeNiro. Er selbst ist eigentlich nicht komisch, da er den Polizisten der nur in Ruhe gelassen will gut verkörpert, aber in der Hollywood Umgebung schon fast grotesk wirkt.
Alles in Allem guter Film der auch zum Lachen bringt. Und mit wirklich sehenswerten Action-Sequenzen aufwartet (auf-wartet die Wortbedeutung ist mir klar, nur kann ich es nicht analysieren... schlechte Witze schlecht präsentiert vom MainMan). Wer also mal wieder 'nen gelungenen Kinoabend erleben will und mal von der Teenie-Slapstick-Schnellkost weg will aber auch mal wieder Action sehen will ist bei Showtime bestens aufgehoben.
Fazit: 7/10