Review

Antichrist
Lars von Trier


Mein erster Film des gefeierten Lars von Trier. "Von dem hättest du dir schon längst einen Film anschauen müssen", tadelte man mich.
"Da du so auf surreale und verworrene Filme abfährst, musst du dir Lars von Trier Filme ansehen".

Ist ja gut. Ich hab mir dann gleich mal Triers aktuellstes und viel gelobtes Werk Antichrist angeschaut. Und schon während der Eröffnungssequenz war ich ganz hin und weg. Eine wahrlich kunstvolle Eröffnungssequenz. Teils in Schwarz Weiß gehalten und mit klassischer Musik untermalt. Man sieht den Schnee, ein Pärchen das gerade Sex hat und ihren kleinen Sohn..... der gerade in der Abwesenheit seiner Eltern aus einem Fenster fällt. Von da an beginnt für das Pärchen ein Horrortrip.

Klingt nach einer richtig gelungenen Geschichte. Der Mann der Frau ein Psychiater, die Frau selbst durch den Tod ihres Sohnes ein depressives Wrack. Um zu dem Kern ihrer Ängste zu gelangen, plant das Ehepaar einen Trip in eine verlassene Waldhütte.

Antichrist ist natürlich in jeglicher Hinsicht unchristlich. Ja, er trägt seinen Namen zu recht. Lars von Trier lädt uns ein auf eine albtraumhafte Odyssee. Mit herrlich surrealen Szenen zeigt Trier sehr schön das er weiß wie man mit einer Kamera umzugehen hat. Auch die Nachbearbeitung, Farbfilter und Effekte können sich wirklich sehen lassen.

Doch leider ist da mehr Schein als Sein. Denn Antichrist ist ein Blender. Ein Blender der den Zuschauern durch Bildgewalt eigentlich mehr zeigt als er ist. Ein gewöhnlicher Folterfilm. Kunstvoll und anspruchsvoll soll es sein. Leider ist davon nach 30 Minuten nichts mehr von zu sehen. Trotz vieler schöner Szenen langweilte mich Antichrist schon nach den besagten 30 Minuten. Bis dahin war der Film aber dennoch sehenswert, trotz seiner längen. Da gibt es nämlich Szenen in denen Minutenlang einfach mal gar nichts passiert. Bis der Film am Ende, im Finale, endgültig den Faden verliert. Eine zusammenhangslose Szene jagt die nächste, ein Tabubruch den anderen.

Antichrist ist ein Film wo jedes Problem mit Sex gelöst wird. Auch wieder etwas was mir sehr auf die Nerven ging. Dies liegt aber nicht an den doch guten Leistungen von Willem Dafoe oder Charlotte Gainsbourg. Es ist eher Triers eigensinniger Regiestil. Selbstverliebt und etwas planlos kommt der mir vor. Schlecht wäre hier natürlich absolut das falsche Wort. So viele tolle Ideen, teils wundervoll umgesetzt, teils wurde der Film aber auch mit unnötigen Ideen vollgebombt die absolut nicht passen.

Fazit:

Den guten Stimmen kann ich mich leider nicht anschließen. Lars von Trier will hier einiges, am Ende bleibt aber auch nicht viel mehr übrig als in gewöhnlichen Folterfilmchen aus Hollywood. Nur eben anspruchsvoller. Es gibt einige sehr gut gefilmte Szenen, und genau davon hätte ich mir mehr gewünscht. Der Sinn des Films wird mir nicht ganz klar, auch wenn ich die Botschaft so weit es geht begriffen habe. Trotzdem, das war alles irgendwie belanglos, und teils sogar sehr ekelhaft. Mit Antichrist konnte Lars von Trier bei mir schonmal nicht punkten. Von mir gibt es nur 4,5 von 10 Punkte.

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