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kurz angerissen* erstmals veröffentlicht: 19.04.2010 Unglaublich kunstvoll verwobenes, anthropologisch verwurzeltes, radikales Meisterwerk. Ein fast perfekter Film, wenn nicht die bisweilen zu aufdringliche durch die Waldtiere getragene Symbolik sich durch den Film ziehen würde. Ein gewaltiges Lob gehört den beiden einzigen Darstellern, die sich für von Trier im wahrsten Sinne des Wortes aufopfern. *weitere Informationen: siehe Profil
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Jaja, wenn die selbsternannten Liebhaber des anspruchsvollen Kinos auf den Festivals ihre (bewundernde) Empörung äußern... dann darf man nie viel drauf geben. Auch hier gilt erneut die Devise: much ado about nothing. Lars von Triers angeblicher Skandalfilm (eher: Skandälchen) erweist sich als zähes Zweipersonenstück, das in seine eigenen Bilder verliebt ist. Es ist eine einzige lange und absurde Therapiesitzung im Halbschlaf, bei der mich die Aufdröselung der psychologischen Symbolik ehrlich gesagt gar nicht großartig interessiert, denn es macht für mich keinen Unterschied. Die Tötungen des Tiernachwuchses sind eh überdeutlich. Und wieder einmal versucht ein Arthouse-Beitrag, mit offenherzigem Sex anzuecken. Sicherlich mögen die Dreharbeiten den beiden Darstellern einiges abverlangt haben, doch unterm Strich bleibt die Schockwirkung verblüffend gering. Beim sprechenden Fuchs war bei mir eh der Ofen aus.
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Antichrist...das war wohl meine erste und zugleich letzte Berührung mit Lars von Trier. Ich erwarte von einem Film einen gewissen Anspruch sowie Unterhaltung. Beides erfüllt dieses Machwerk für mich nicht, im Gegenteil. Anspruch entsteht nicht, wenn man einfach auf s/w schaltet und Zeitlupe drüberlegt. Dazu ein wenig langweiliges "Therapeutengerede" und noch einige kleine blutige Perversitäten hinsichtlich Geschlechtsteilverstümmelungen, fertig! Was soll das? Das stellt subjektiv auch keine Kunst dar, sondern einfach pure Langeweile.Sicherlich wird der Film provozieren...das war´s dann aber auch schon. Vielleicht können manche Menschen dem Film wirklich etwas abgewinnen. Ich für meinen Teil erwarte unter dem Label "Horror" etwas anderes. Der Film wandert demnächst in die Mülltonne...oder ich schenke ihn an jemanden, den ich nicht mag.
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Mit der Furie im Hexenwald "Antichrist" ist ein symbolträchtiger, bildgewaltiger, wunderschön fotographierter (Arthaus-)Horrorfilm, mit zwei, drei zeitgemäß Provokativen (für manche sicherlich schwer verdaulichen) Torture Porn-Sequenzen/ Gewaltexzessen), der das Abgleiten in Wahnsinn/ Besessenheit gleich auf mehreren Bedeutungsebenen thematisiert. Bei diesem düsteren Bildersturm, der wunderbaren Bildsprache und dem vernünftig in die Handlung eingesponnenen drastischen filmischen Grenzgängertum komme ich nicht umhin, neun Punkte zu geben, kann aber auch verstehen, dass das Gebotene bei vielen auf wenig Verständnis stößt.
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Der Film hält, was der Name verspricht und Willem Dafoe als auch Charlotte Gainsbourg spielen fabelhaft. Man könnte sogar vergessen, dass sie spielen. Ich kann nicht von mir behaupten ein Von-Trier-Experte zu sein. Trotzdem glaube ich kaum, dass ein Film an Verzweiflung und der Nahebringung von (Ur-)Ängsten nochmal in der Form von Lars V. Trier oder sonstwem übertroffen wird (ich hoffe, dass ich wieder mal eines Besseren belehrt werde...). Endlich nochmal Horror aus jüngster Zeit, der den Begriff ernst nimmt... 8(,5)/10
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und auch in ihrer radikalen Drastik schlüssige Verhandlung psychologischer Beziehungsdiskurse in Zusammenhang mit christlichen Schuld- und Vergebungsthematiken. Eine kaleidoskopische Vielzahl explizit in den Film eingewobener Bedeutungsmarker lädt zu mannigfaltigen Deutungsexperimenten ein, bei welchen viele - mitunter auch einander entgegengesetzte - Ansätze aufgrund des hochkomplexen Drehbuchs stringente Argumentationen ermöglichen. Einzig von Triers in vielen Situationen des Films zu oberflächlich geratener Symbolismus trügt das Gesamtbild eines ansonsten auch ästhetisch hervorragenden Werks.
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Lars von Triers Antichrist (PV Kino) Müßte ich über den Film schreiben, wüßte ich nicht wie. Ehrlich. Der Prolog des Films gehört zum Makabersten und zugleich zum Schönsten, was ich seit langer Zeit gesehen habe. Zarte, fast schon zerbrechliche Schwarz-Weiß-Bilder, untermalt von Händel'schen Tönen. Als dann der Prolog endet, fühlt man sich verlassen, ein wenig zerstört. Der Film wird im Laufe der Zeit wahnsinnig, alle Darsteller werden wahnsinnig. So würde ich's beschreiben. Und dann gibt es da noch die Szene, die eine Szene, als wirklich ALLE anwesenden Frauen schmerzverzerrt in die Dunkelheit des Kinosaals schrien. Furchtbar! Und ganz sicher noch nie im Kino in einem "Mainstreamfilm" zu sehen gewesen, wenn überhaupt in einem anderen. Dieser Film ist eine Tour de Force der Gefühle! Bewertung? 6-7/10 Vielleicht.