Review

Eine gemischte Clique typischer College-Schüler feiert gerade den Semesterabschluß mit einer Party, als sie nach reichlich Alkohol und Gras auf die Idee verfallen, auf einem Friedhof Verstecken zu spielen. Was harmlos-langweilig aussieht, wird dann allerdings für die blonde Sandy zum Alptraum, da sie eine ehemalige Mitschülerin aus Kindertagen wiedersieht, die sich vor ihren Augen einen Abhang hinunterstürzt. Doch weder die herbeigeeilten Freunde noch später die Polizei können irgendwelche Spuren finden, weswegen die Clique Sandy zunächst für etwas überreizt hält. In den nächsten Tagen jedoch häufen sich merkwürdige Todesfälle in der anfangs aus mehreren Pärchen bestehenden Gruppe, die allerdings nicht immer sofort bemerkt werden. Stets beteiligt sind jedoch immer seltsam schwarz-weiß geschminkte fauchende Geister-Gestalten, die urplötzlich auftauchen, wenn einer der Studenten mal alleine ist und diese erschrecken und verfolgen, bevor sie sie ins Jenseits befördern: mal wird jemand unter Wasser gezogen, mal überschlägt sich ein Auto, mal gerät jemand in eine Säge.
Sandy ist inzwischen fest davon überzeugt, daß der Spuk von jener ehemaligen Mitschülerin ausgeht, die sie damals mitsamt ihrer Freunde (die Clique kennt sich schon lange) enttäuscht hatte. Die Spur führt sie schießlich in ein Kloster, wo diese bis vor kurzem noch gelebt hatte...

So wenig spannend sich diese Einleitung liest, so schwach sind auch Drehbuch, Storyline und Darsteller (von denen keiner weiter erwähnenswert ist), vor allem aber die Ausführung der US-Produktion Forget Me Not - Vergessen ist tödlich: nach einer knapp 15-minütigen Einführung der durch die Bank uninteressanten jungen Leute, die nur an Parties, schnellen Autos und Bumsen interessiert sind, entfaltet sich mit der Friedhofs-Szene die eigentliche Rachegeschichte, der die jungen Erwachsenen nach und nach zum Opfer fallen.

Wie so oft in Horrorfilmen mit geringerem Budget fehlt auch hier ein glaubhafter Background (der eigentliche Auslöser ist ein Mißverständnis unter Kindern, von denen das eine, eine Einzelgängerin, das andere zur alleinigen Freundin haben will, während diese lieber mit ihren Freunden spielt - Gott welch Drama!), und die jungen Leute agieren fast den ganzen Film über völlig allein, haben keine Unterstützung seitens Polizei oder Eltern und werden im Laufe der Zeit immer weniger, was, wie erwähnt, nicht immer sofort auffällt: als sich der Sportwagen von einem der Burschen überschlägt und ausbrennt, erfahren dies die anderen erst dadurch, daß sie später zufällig das Wrack bei einem Schrotthändler entdecken. Ist diese Szene wenigstens noch halbwegs glaubhaft dargestellt, fallen alle anderen Kills unterdurchschnittlich schlecht aus: sei es das unter-Wasser-ziehen, an eine Starkstromleitung pressen oder (am lächerlichsten) der Tod durch Glasscherben eines Kirchenfensters, stets ist eine amateurhaft-schlechte handwerkliche Ausführung zu bemängeln.

Was die Geister betrifft, so tauchen die gesichtsbemalten Unholde nur sehr kurz auf, zittern meist hypernervös herum und bewegen sich, von einer nie erklärten, unglaublichen Geschwindigkeit abgesehen, meist wie Zombies - auch in diesem Punkt erreicht Forget Me Not nicht einmal Durchschnittsniveau. Von einigen Schnittfehlern (wie jenem, wo das Mädel seine Halskette ins Wasser schmeißt, sie diese, als ihr Typ daraufhin mit dem Auto abhaut, aber immer noch um den Hals trägt) sowie der allgemein hundsmiserablen deutschen Synchro, bei der streckenweise sämtliche Hintergrundgeräusche fehlen, braucht man gar nicht erst anfangen...

Fazit: ein uninspirierter, langweiliger Gruselstreifen, der durch unsympathische Darsteller, eine schwache Story und noch viel schwächere Effekte an unzähligen Stellen zum vorzeitigen Abschalten einlädt und überdies mit rund 103 Minuten auch noch deutlich zu lang ausfällt. Kann man getrost in die Tonne treten: 2 Punkte.

Details
Ähnliche Filme