Review

Extraterrestrische Erderwärmungsbefürworter 


Charlie Sheen als aufgedrehter Wissenschaftler, der eine laufende Alieninvasion aufdeckt - das ist im Kern „The Arrival“ von 1996. Gut gealtert ist das Ding nicht wirklich, selbst wenn das Thema Klimaerwärmung noch vor seiner Zeit trashig und unterhaltsam verwurstet wird und Sheen noch nicht (ganz) über seinen Zenit war. Mit dem ungleich besseren und schlaueren „Arrival“ von vor ein paar Jahren sollte man ihn jedenfalls nicht vergleichen, ebenso haben andere Titel in Kino wie Fernsehen das Thema schon zur damaligen besser behandelt. Seinen speziellen Charme will ich dieser recht ruhigen, intimen Alieninvasion aber nicht absprechen... 

Sheen ist schon ein cooler, ungewöhnlicher Querschläger von Leading Man, die Effekte sehen aus wie aus der damaligen Konsolengeneration und das teilweise mexikanische Setting bringt Schweiß und Flair in ein abgewetztes Sujet. Doch der Elefant im Raum und das, was wirklich hängen bleibt, ist natürlich das Thema, wie die Außerirdischen Terraforming betreiben und dies begründen. Sie beschleunigen den Klimawandel, den wir eh stetig (aber ihnen zu langsam!) vorantreiben. Wenn wir die Erde in 100 Jahren runterrocken würden, schaffen die intelligenten Extraterrestrischen das in 10 und könnten dann auf einem ultraheissen Planeten besser überleben als je zuvor, da ihnen dieses Klima entgegenkommt. Und uns nicht, was aus deren Sicht zwei Fliegen mit einer Klatsche schlägt. Dass die Hauptzentrale der sneaky, eigentlich nur logisch denkenden (wenn auch egoistischen) Eindringle dann auch noch in Mexiko liegt, verleiht dem Ganzen noch mehr Brisanz und Aktualität. In vielen Dingen der Zeit mittlerweile gnadenlos hinterher - im Kern war er seiner aber eindrucksvoll voraus. Selbst wenn es nur ein Zufallstreffer mit Verschwörungstheorienanstrich gewesen sein sollte. Gegen Ende kommen dann sogar noch ein wenig „They Live!“-Vibes auf. 

Fazit: wie eine nette Mischung aus „X-Files“ und „Men In Black“ mit Charlie Sheen als Kirsche auf der Torte. Überraschend unterhaltsam zwischen B-Movie und Blockbustermaterial. Wenn auch in einigen Beziehungen nicht gut gealtert. Das Tigerblut fängt langsam an zu kochen, Trump gibt einen Daumen hoch. Hear the Skies! 

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