Review

Komplette Serie

„Zeiten ändern dich!“

Nein, das ist kein Kommentar zum Pseudo-Gangster-Rapper Bushido. Es geht hierbei um Tonagura (nein, nicht Toradora), einem recht durchschnittlichen, aber auch etwas sympathischen Romance Anime, der allerdings wenig Tiefe und vor allem wenig Herzschmerz und romanische Momente vorweisen kann. Zudem ist das Ende dieses Animes ein starkes Stück. Ich habe lange kein Ende mehr gesehen, das eine kontinuierlich durchschnittlich-sympathische Serie, so sehr in Bruchlandung kommen lässt. Es wird hier wirklich eindrucksvoll bewiesen, wie man eine Serie absolut nicht beenden darf. Man sitzt einfach nur da und fühlt sich regelrecht veräppelt. Aber auch sonst hat Tonagura eher mehr Schwächen als Stärken. Es kommt nichts rüber von dem, was der Anime eigentlich rüber bringen will. Sogar Ecchi Fans dürften hier eine herbe Enttäuschung erleben, denn bis auf ein paar Schlüpper-Bilder gibt’s hier für Fans reichlich wenig zu sehen. Weshalb kommt dann Tonagura bei mir doch besser weg als er es eigentlich verdient hat? Ganz einfach! Der Humor. Der Humor passt absolut bei Tonagura. Ich konnte viel über Yuuji lachen, die Grimassen waren einfach urkomisch und auch die anderen Charaktere konnten mich mit ihren amüsanten – und total unterschiedlichen – Auftreten zum Lachen bringen.

Story

Wer hier Ernsthaftigkeit erwartet, wird sein blaues Wunder erleben. Tonagura funktioniert wirklich wunderbar als Comedy Animes, doch sobald der Anime versucht, ein paar ernste Momente einzugliedern, wirkt das ganze fast nur noch peinlich und verhauen. Aber worum geht es eigentlich? Kurz und knapp : Teenager-Girl trifft ihre erste große Liebe nach 10 Jahren wieder, doch leider muss sie schockiert feststellen, dass aus ihm ein widerlicher Perversling geworden ist. Das wars, mehr gibt es nicht zu berichten. Was hier in den 13 Folgen passiert, hätte man rein theoretisch auch wunderbar in eine 40 minütige OVA stecken können. Denn wirklich schnell voran geht es bei Tonagura nicht. Im Prinzip dreht sich der Anime bis zur Folge 12 immer nur im Kreis : Yuuji kriegt einen „Ero-Anfall“ und „attackiert“ Kazuki, diese wehrt sich jedoch und gibt dem Perversling eins auf die Mütze, dann klinkt sich Yuuji's Schwester Marie ein und „erschießt“ ihren Bruder immer wieder aufs Neue. Erst in den letzten beiden Folgen kommt etwas mehr Gefühl rein, was aber durch das miserable Ende wieder vollkommen zerstört wird.

Animation

Auch hier nichts tolles. Zwar gefällt mir das Design der Figuren recht gut, aber der ganze Rest wirkte ziemlich lieblos auf mich. Keine erwähnenswerte Hintergrundanimation, keine besonderen Charakter-Merkmale , auch nicht in den „ernsten“ Momenten und zu keinster Zeit irgendwelche tollen Landschafts-Animationen. Alles wirkt recht einfältig und ein bisschen hatte ich das Gefühl, dass die Zeichner auf Sparflamme malten.

Soundtrack/Synchronisation

Auch der Sound ist zum größten Teil unpackend. Das Opening ist ein total langweiliges „Friede Freude Eierkuchen“ Lied, das mich zu keinster Stunde auch nur ansatzweise entzücken konnte. Das Ending hingegen gefiel mir schon ein klein wenig besser, auch wenn es ebenfalls kein Lied ist, dass ich mir jetzt rauf und runter anhören würde. Etwas besser dagegen waren da für mich die Synchronsprecher, die eigentlich ziemlich gut eingesetzt worden. Besonders begeistert hat mich die Stimme von Marie. Aber auch Yuuji's Stimme passt hervorragend zu seinem Wesen und das macht ihn umso witziger. Auch über den Rest der „stimmlichen Künstler“ kann ich mich nicht beklagen. Wenigstens hier wurde eine saubere Arbeit abgeliefert.

Charaktere

Wie bereits erwähnt entwickeln sich die Charaktere eigentlich zu keinster Minute. Also darf man hier auf keinen Fall hohe Charakterentwicklung erwarten, obwohl der Anime das einem oft vorgaukelt. Einen wirklich Lieblingscharakter habe ich hier nicht. Ich kann nur sagen wer mich am meisten zum Lachen gebracht hat und das war für mich ganz klar Marie, die Schwester von Yuuji. Ihre kalte und emotionslose Stimme – Kuudere ftw! - fand ich einfach super und genau solche Charaktere möchte ich in Comedy (und auch Romance Animes) sehen. Aber auch Yuuji konnte mich sehr sehr oft zum Lachen bringen, besonders bei seinen Grimassen und seinen vielen „Masken“. Kazuki ist eine durchschnittliche Teenager-Tsundere, die vielleicht ETWAS mehr mit Schüchternheit bestückt ist, als andere Tsunderes. Auch Hatsune war teilweise recht lustig, besonders wenn sie einem zeigt, wie grausam sie manchmal sein kann (Stichwort : Käfer-Folterszene mit Marie). Auch der Rest des Casts konnte bei mir immer wieder mal gewisse Lacher erzeugen. Von der Kreativität her sind die Charaktere ein blasses Trauerspiel, aber vom Humor her eine amüsante Belustigung.

Empfehlung

Wer auf Charaktertiefe, Romantik in Romanzen, glaubwürdige Ernsthaftigkeit und gelungene Final-Episoden verzichten kann, dem sei Tonagura wärmsten empfohlen. Allerdings ist dieser Anime kein Glanzstück und man sollte sich überlegen, sich nicht bessere Genre-Vertreter zu widmen, sofern man diese noch nicht gesehen hat.


Fazit

Verdient eigentlich die Bezeichnung Romantik nicht. Der Humor passt, der Rest leider nicht. Kein Must-See, aber mit beiden Augen zusammen gedrückt ein „Can-See“.
Tonagura bekommt 6 von 10 Exekutionen von Marie.

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