Es beginnt mit einem bemühten Monolog des Protagonisten und aufgrund seiner mangelnden Ausstrahlung und der bescheidenen Synchronisation kommt sofort das im späteren Verlauf deutlich bestätigte Gefühl hoch, sich hier auf ein blendermässiges B-Filmchen eingelassen zu haben. Nicht weil der Mörder schon in der ersten Szene erraten wird – deshalb auch hier keine Inhaltsangabe - das lässt sich noch dramaturgisch gut ausgestalten.
Aber immer wieder wird versucht Spannung zu erzeugen, aber dazu werden eine hektische Kameraarbeit und ebenso schnelle Schnitte verwendet. In Zuge dieser profanen Videoclip Ästhetik ist es im weiteren Verlauf immer wieder die Kamera die aus eigentlich spannenden Szenen sogar weniger rausholt als die Szene eigentlich zugelassen hätte. So wird die durchaus vorhandene Spannung des Mörders über seinem Opfer in den Sekunden von Leben und Tod mit einem gaaaaaannz langsamen Schwenk auf den nahenden Retter total aufgehoben.
Zudem passt die Synchronisation – was man DER KREUZMÖRDER an sich nicht anlasten kann, aber immerhin der hier vorliegenden deutschen Veröffentlichung – oft nicht zu den Personen. Teenager haben Stimmen wie Harry Rowohlt und andere passen oft auch nicht zu den entsprechenden Darstellern. Die eigenwillige Musik unterstreicht in schöner Form die sehr eindimensionale Charakterdarstellung des Hauptdarstellers und Mörder und er spielt den Psycho so overground-mäßig wie es jeder Laiendarsteller spontan auf der Dorfbühne tun würde. Da erwarte ich mehr und auch die Motive des Anti-Helden werden zwar ausreichend beleuchtet aber versinken auch sehr im Klischeesumpf.
POSITIV kann angemerkt werden, dass DER KREUZMÖRDER zwar nicht der hochspurig angesprochene nervenzerfetzende Okkultismus-Thriller gemäß Cover ist, aber dass das eigentliche Hauptthema des Films des sexuellen Missbrauchs Minderjähriger durch Geistliche einfühlsam, mit guten Schauspielern und dem Thema angemessen umgesetzt wurde. Alles in allem kann ich KREUZMÖRDER nur empfehlen wenn der heimische Player gerade nicht wirklich etwas besseres zu bieten hat und mit bewusst runter geschraubten Ansprüchen könnten noch ein paar passable Momente aus dem Film gezogen werden.
4/10 Kreuzen....äh,....Punkten