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Es klingt wie nicht allzu weit entfernt spielende Zukunftsmusik, wenn die USA rundum von mobilen Kameras überwacht werden, um globale Terrorschläge zu vereiteln.
In jedem Haushalt, auf jedem Straßendach tummeln sich die zweibeinigen Eyeborgs, um Informationen an die Zentrale weiterzuleiten, bis die Biester irgendwann außer Kontrolle geraten.

Der Zukunfts-Trash von Richard Clabaugh versucht gleich mehrere Sympathieträger zu etablieren, denn einen personifizierten Bösewicht gibt es nicht, da die Maschinen von unbekannter Seite manipuliert wurden. Da gibt es zum einen den traumatisierten Cop Gunner (Adrian Paul), der seine Familie verlor und für die Einführung der Eyeborgs mitverantwortlich ist, dann den Punkmusiker Jarett, seines Zeichens Neffe des Präsidenten der USA und die TV-Reporterin Barbara, die aufgrund merkwürdiger Vorkommnisse eine Verschwörung wittert. Durchweg positiv kommt aber nur der Cop rüber und am Rande vielleicht noch Danny Trejo, der eine auf ihn zugeschnittene Rolle als Gitarrenmann und Gegner der Überwachungspolitik einnimmt.

Die interessante Prämisse sorgt zumindest von Beginn an für Interesse, auch wenn nie versucht wird, den komplexen Überwachungsapparat näher zu durchleuchten.
Aufgrund der Vielzahl an beweglichen Kameras wird deutlich, dass ein ungestörtes Intimleben eher schwierig ist, zumal kleine Vergehen durch die Eyeborgs sofort geahndet werden können. Als ein Typ mit seiner Ische heimlich im Auto raucht, was nunmehr streng verboten ist, schreitet ein achtbeiniger Überwacher ein und exekutiert die Straftäter. Von da an ist klar, wie leicht die Grenze zwischen Kontrolle und Überwachung überschritten wird und wie Technik immer wieder zu sabotieren ist.

Wobei die Eyeborgs erstaunliche Fähigkeiten mitbringen: Sie haben ein Feuerzeug an Bord, eine kleine Kreissäge, einen Elektroschocker und können bei Bedarf auch recht schnell laufen. Die etwa einen Meter großen spinnenartigen Kamera-Monster sind hingegen recht resistent gegen Kugeln und töten ihre Opfer mit Krallenarmen und Zylinderkopf-Bohrer, die nur von den extravaganten Kampfrobotern im Showdown übertroffen werden.
Tricktechnisch sind die metallischen Kreaturen ordentlich ausgestattet, - da wäre aufgrund der Vermenschlichung etwas mehr als nur der eine oder andere Humoreinschub drin gewesen.

So muss sich Cop Gunner zunächst um einen bewaffneten Verschwörungstheoretiker kümmern, ein Mann mit Beweismitteln wird gegrillt, während Jarett sich und seine Freundin beruhigen muss, da ein Treffen mit Mr. Präsident persönlich ansteht.
Anbei kommt man gefakten Videos auf die Spur, Mini-Panzer werden von einer Spezialeinheit in Schach gehalten und am Ende explodiert mal wieder ein größeres Gebäude.

Im Gesamtbild hält sich die Spannung jedoch in Grenzen und kommt eher bei den wenigen Konfrontationen zum Vorschein, die im Mittelteil etwas rar werden, während zu viele Theorien gewälzt werden. Auch gibt es kleinere Ansätze von Medienkritik, doch diese verpufft zumeist nach wenigen Momenten, da man nie bis zum Kern der Materie vordringt und die eigentlichen Drahtzieher reichlich außer Acht lässt.
Dennoch überzeugt die ansprechende Grundidee, die phasenweise etwas naiv-trashige Umsetzung und die soliden Darsteller, von denen annähernd jeder auf solidem Niveau agiert.
Nichts Tiefsinniges, sondern eher Kurzweil für Spielkinder und Leute, die sich gerne mal mit abgefahrenen Zukunftsvisionen beschäftigen.
Knapp
6 von 10

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