Der erfolgreiche Pianist Tom Stewart und die Sängerin Vi Mason sind auf einer Insel vor Kalifornien, als Vi vom morschen Geländer des Leuchtturms in die Tiefe stürzt. Statt ihr zu helfen, nutzt Tom die Gelegenheit, sich ihrer zu entledigen, um die reiche Meg Hubbard zu heiraten. Doch die vermeintlich Tote erscheint dem geplagten Bräutigam als Geist so, dass dieser mehr und mehr in Panik darüber gerät, sein Geheimnis könnte auffliegen. Jedoch ist er der einzige, der die geisterhaften Erscheinungen hat und so ist der Jazzpianist zu allem entschlossen, als plötzlich der Fährmann auftaucht, der Vi zwar auf die Insel brachte, aber nicht zurück. Als dieser versucht, Tom zu erpressen, bringt der in Bedrängnis geratene den Gelegenheitserpresser um die Ecke. Regisseur Bert I. Gordon fackelt nicht lange, sondern kommt ohne Vorgeschichte zur Sache und auch die Geistereffekte ruft er häufig auf den Plan. Dabei sind diese, der Zeit entsprechend, technisch zufrieden stellend umgesetzt, aber die Spuksituationen wie auch der ganze Film lassen so etwas wie gruselige Atmosphäre vermissen. Statt dessen sind die mäßigen Schauspielkünste in diesem ernst gemeinten Geisterwahn zu hinderlich und die Kulissen derart schnöde, dass es teilweise etwas schade um die Story ist, die ein paar nette Ideen beinhaltet, sich aber stets in den Konventionen des Genres aufhält. So ist dann der deutsche Titel "Der Turm der schreienden Frauen" reißerischer als das Gebotene (in dem Leuchtturm wird quasi gar nicht geschrien), der jazzige Score tut da sein übriges, um sich in des Pianisten modernem Appartement nicht zu erschrecken und selbst die Hochzeit in der Kirchenkulisse wurde gründlichst versaut, wenn die Blumen im nu effektvoll zusammenschrumpeln und im Hintergrund die Statisten einfach nur statisch rumsitzen. Das Ende ist dann zwar tragisch, doch wer einem drallen Monroe-Verschnitt (Juli Reding) ein Bauerntrampel aus reichem Hause (Susan Gordon) vorzieht, hat es auch nicht besser verdient. Nicht nur dort, sondern auch hinsichtlich der interessant angedachten Story wurde hier eine Chance vertan.
Fazit: Für Freunde von billig abgedrehten S/W Mysteryschinken vielleicht noch sehenswert, aber kein Genrehighlight. 4/10 Punkten