Review

Der Streifen ist in der Filmsammlerszene eigentlich recht bekannt. Er wurde in der letzten Dekade gerne mal in Hartboxen gepackt und taucht immer mal wieder in exklusiver Form auf. Vielleicht war das auch notwendig denn wir haben mit dem Turm der Schreienden Frauen keinen allzu spektakulären Film - schon gar nicht aus heutiger Zeit.

Dennoch hat er seine Vorzüge: Für die Zeit teils ausgefallene Kameraperspektive, z.B durch ein Fernglas, meist ordentliche Kulissen, zumindest ein Teil der Darsteller spielt gut und sympathisch (vor allem auch die Jungdarstellerin) und - ganz wichtig- der Film nimmt sich bitter ernst und gehört damit zu einer  überschaubaren Gruppe [dieser Zeit] von Geisterfilmen, welche den Geist tatsächlich Geist sein lassen.

Von Moral und Gerechtigkeit hat der Film dagegen sehr merkwürige Vorstellungen. Ich kann nicht sicher sagen, ob das dem im letzten Drittel mit großen Schwächen behafteten Drehbuch anzulasten ist, den Produzenten dahinter oder dem Zeitgeist. Der Film kennt ab einem bestimmten Punkt leider nur noch eine lineare Richtung,was der Spannung doch arg schadet.

Zur Logik: Der erste "Mord" im Film auf dem die Rache aufbaut ist technisch gesehen ein Unfall mit unterlassener Hilfeleistung. Der daraus enstandene Geist ist mal für alle wahrnehmbar und dann wieder nicht, will den Hauptprotagonisten zerstören und letztenlich aber doch in Liebe für sich (obwohl die Liebe bis in den Tod unerwieder bleibt). Für mich passt da wenig zusammen und diese Liste könnte ich noch lange ergänzen.

Letztendlich haben wir einen kleinen, günstigen Grusler, der zwischendurch seine Längen hat, nicht weiß welche Figur er dem Zuschauer als Sympathieträger verkaufen soll, mit etlichen Logiklöchern kämpft und der dennoch immer wieder die Kurve bekommt durch stimmungsvolle Szenen und Kompromisslosigkeit in seiner Geistererzählung.

Die Vorteile überwiegen die Nachteile; folgerichtig 6 von 10 Punkten und eine Empfehlung für Freunde von Geistergeschichten und schwarz-Weiß-Filmen.

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