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Tom Stewart hat es nicht schlecht. Der Jazzpianist bereitet sich nicht nur auf einen großen Auftritt vor, sondern auch auf seine Hochzeit mit Meg. Und dies alles vor schöner Kulisse mit Strand, Meer und Leuchtturm. Würde da nicht seine Ex Vi auftauchen, die ihn zurückhaben will. Das hieraus entstehende tragische Ereignis verfolgt Tom auf gespenstische Weise und so steigert sich der von Bert Ira Gordon inszenierte Mystery-Thriller in ein Gemisch aus Verfolgungswahn, Erpressung, Mord und Heimsuchung.

Den Grundstein hierfür legt er schnell und verliert nicht viel Zeit, überhaupt ist „Tormented“ recht flott, was auch an der knackigen Laufzeit von 75 Minuten liegt. Angenehm wenig Ballast schleppt er mit sich rum, bleibt stets übersichtlich und pendelt zwischen einer Handvoll Schauplätzen hin und her. Dabei reichert Gordon das Mysterium, welches das Publikum gerne mal im Unklaren lässt, mit immer weiteren geisterhaften Zwischenspielen an. In ansprechendem Schwarzweiß eingefangen greift man hier und da auch mal in die Trickkiste und sieht das auch selten chic aus, so erkennt man die Ambitionen dahinter.
Zum Ende hin stolpert das Ganze allerdings recht abrupt dem selbigen entgegen und man muss sich mit Aha-Effekten des Effekts wegen arrangieren. Sonderlich logisch ist das hier nicht unbedingt, aber kurzweilig.
Der jazzige Soundtrack passt da gut rein, das Ensemble schwankt von brauchbar bis semi-talentiert und Richard Carlson ist ein ziemlich unfähiger Pianisten-Imitator.

„I'm sorry for everything.“

Sicherlich kein wirklich guter Film, aber ein unterhaltsamer. Wie eine überlange Folge aus der „Twilight Zone“. Für den Fall, dass man Lust auf schlichten Mystery-Quatsch hat ohne wirklich gefordert zu werden und sich im besten Sinne berieseln lassen will. Und das mit einer überschaubaren Laufzeit und ebensolchen darstellerischen Leistungen. Es gibt solche Tage.

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