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„Roadflower“ ist ein ganz netter Highwaythriller der Güteklasse B mit recht prominenter Besetzung.
Jack (Christopher Lambert) ist mit seiner Frau Helen (Michelle Forbes) und seiner Tochter Ashley (Alexondra Lee) nach San Diego unterwegs, in einem anderen Auto begeleiten sie Jacks Kumpel Glen (Christopher McDonald) und sein Sohn Rich (Joseph Gordon-Levitt). Als sie eine kleine Panne haben, überfährt ein blauer El Dorado fast Rich, was die Gemüter etwas erhitzt. „Roadflower“ baut schnell das typische Highwayfeeling derartiger Filme auf und kann so eine ordentliche Atmosphäre schaffen.
An einer Raststätte machen sie halt, wobei Ashley mit dem etwas schmierigen Cliff (Craig Sheffer) flirtet. Doch dann stellen sie fest, dass es sich bei Cliff und seinen Freunden Bobby (David Arquette), Red (Adrienne Shelly) und Tom (Josh Brolin) um die Insassen des El Dorado handelt, weshalb sich Glen mit Cliff anlegt. Der geneigte Zuschauer weiß natürlich, dass es eine verdammt blöde Idee ist sich mitten in der Pampa mit irgendwelchen Schmierlappen anzulegen, aber anders würde der Film auch nicht in Fahrt kommen.

Die Städter fahren jedoch nach dieser kleinen Auseinandersetzung auf ihrer Route weiter bis Cliff und seine Kumpane erneut auftauchen und Glen provozieren. Dieser will den Rowdys eine Lektion erteilen, doch dies ist nur der Start zu einem mörderischen Spiel, welches der Psychopath Cliff mit der kleinen Gruppe spielen will...
„Roadflower“ besitzt unterschiedliche Stärken und Schwächen, die in den verschiedenen Teilen des Films mehr oder minder zur Geltung kommen. Die Atmosphäre ist auf jeden Fall angenehm staubig und schafft ein ordentliches Flair, das vor allem im ersten Drittel des Films Spannung aufbaut. Langsam fädelt der Film hier die Handlung ein, wobei sich die Parteien gegenseitig immer mehr aufschaukeln. Damit kommt dann auch ein halbwegs ordentliches Maß an Spannung auf.
Doch leider macht der Film viel von dem Potential im zweiten Drittel kaputt, da hier akute Handlungsarmut herrscht. Die meiste Zeit zeigt der Film hier das psychopathische Verhalten von Cliff und seiner Gang, die in diesem Teil des Films auch schon Gefangene gemacht haben. Doch leider ist dies nicht allzu spannend und so ödet das Psycho-Gehabe nach einer Weile an, da es zu lang ausgewalzt ist und Jack als Held hier nur eine kleine Rolle spielt.

Das letzte Drittel kommt dann wieder flotter daher und präsentiert sich auch actionreicher als der Rest des Films. Gibt es zuvor ein paar nette Autoszenen kann man hier mit einer spannenden Verfolgungsjagd, einigen ziemlich guten Stunts sowie einem knallharten Finalfight aufwarten. Diese letzte Kampfszene kommt zwar ohne Martial Arts aus, ist aber dennoch sehr hart und packend gemacht, weshalb Regisseur Deran Sarafian meinen vollen Respekt hat. Doch insgesamt hat „Roadflower“ nicht so viele Actionszenen, weshalb man sich mehr auf einen Thriller einstellen sollte.
Christopher Lambert macht seine Sache gut und spielt überzeugend, doch auch in der Support-Cast finden sich ein paar bekannte Gesichter. David Arquette, Joseph Gordon-Levitt und Josh Brolin wurden erst nach „Roadflower“ bekannter, aber Christopher McDonald und Craig Sheffer waren schon damals zwei nicht schlecht beschäftigte Nebendarsteller, die man immer mal wieder sieht. Die Darsteller spielen allesamt recht gut; nur Craig Sheffers Psycho-Gehabe ist teilweise zu sehr übertrieben.

„Roadflower“ ist ein ganz netter Highwaythriller mit gutem Flair und ein paar schicken Actionszenen, der aber leider im zweiten Drittel viel zu sehr versandet und daher einiges an Spannung verschenkt.

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