Auf den Kopf von Clint steht eine Belohnung und er wird von einem langhaarigen, zigarrekauenden Kopfgeldäger verfolgt. Der Flucht vor seinen Häschern überdrüssig, kehrt Clint nach fünf Jahren einsamen Reitens zu seiner Familie zurück. Kaum verheilte familiäre Wunden brechen auf und Clint gelobt, nie wieder eine Waffe anzurühren. Ein skrupelloser Grundbesitzer, der die Siedler aus dem Tal vertreiben wird, zwingt ihn bald dazu, sein Gelübde zu brechen.
Italo Western mit dem Vorzeigeirren Klaus Kinski nimmt man doch immer wieder gerne mit, zumal die 4 Filme Sammlung von Best Entertainment für relativ schmales Geld zu haben ist. Hier darf er zwar nochmal seine Rolle aus Leichen pflastern ihren Weg aufnehmen, aber insgesamt ist der Film doch ein wenig zu unentschlossen, ob er nun ein Familiendrama oder doch lieber ein harter Western sein möchte.
Ein großer Schwerpunkt ist dabei die nach Jahren Rückkehr des Revolverhelden Clint zu seiner mittlerweile entfremdeten Familie und dem Wunsch seinem früheren Leben abzuschwören. Weiß zwar nicht genau warum, denn Weibi droht ihm, wenn du noch einen Schuß abfeuerst bist du raus, der Sohn ist ein rebellischer Teenager mit ich-hasse-dich in der Endlosschleife und die Tochter wechselt ihre Meinung öfter als die Socken, aber ok Clint, wenn du es so willst.
Demgegenüber stehen ein paar Strolche, die den Siedlern ihr Land wegnehmen sollen, wobei alle Methoden erlaubt sind und auch vor Mord nicht zurückgeschreckt wird. Man darf sich den ganzen Film fragen, wann bei Clint endlich der Rachemodus einschaltet und er sich endlich aktiv gegen den Sauhaufen zur Wehr setzt. Dritte Partei ist dann noch Bounty Hunter Kinski, der scharf auf die ausgesetzten 5000 Dollar Kopfgeld ist, denn unser strahlender Held wurde nicht offiziell entlassen, sondern hat sich selbst aus dem Knast subtrahiert.
So wirklich prall wirkt aber keiner der angebotenen Handlungsstränge. Der Familienplot ist hochgradig öde, die bösen werden mal eben in einem etwa dreisekündigen Showdown entsorgt und sogar Kinski zeigt am Ende Gnade. Das Happy End stinkt zwar schon vorher gewaltig nach eben einem solchen, aber sowas kann unserem Klaus doch nicht passieren, erst recht wenn man an den Schluß von Leichen pflastern.... denkt, aber nö, Familienglück war den Machern wichtiger.
Ein Einsamer kehrt zurück bietet dabei zwar einen ordentlichen Body Count, aber ohne wirklich brutal zu werden. Dazu kommen noch nicht wirklich gute Darsteller, wobei ich da speziell die komplette Familie kritisieren möchte. Georg Martin ist ein farbloser Held, seine Holde ein bleiches Nichts und die Kids gehören zur Zwangsarbeit in einer einsturzgefährdeten Mine verdonnert. Sorry, aber ein Italo Western ist für mich etwas anderes. Die Action Sequenzen sind noch in Ordnung, werden aber zu oft ausgebremst. Das Script baut so einfach zu viele Längen auf, so bleibt leider nur mittelmäßiger Sehspaß.
5/10