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Da der erste Stirb Langsam Film so erfolgreich war, schob man zwei Jahre später gleich die Fortsetzung hinterher. Die Regie übergab John McTiernan diesmal an Renny Harlin. Produziert wurde das Sequel wieder gemeinsam von Lawrence Gordon und Joel Silver. Daher konnte man auch auf ein beachtliches Budget von 70 Mio. $ zurückgreifen, was dem Film ein Einspielergebnis von 238 Mio. $ bescherte. Natürlich holte man Bruce Willis wieder mit ins Boot und noch ein paar alte Bekannte aus dem Vorgänger. Am Drehbuch hat wieder mal Steven E. de Souza mitgeschrieben und sein Talent für stimme Actionstories unter Beweis gestellt. Auf jeden Fall hat Renny Harlin („Cliffhanger“, „Deep Blue Sea“) mit „Stirb Langsam 2“ seinen besten Film in seiner Karriere abgeliefert.

Es ist wieder mal Weihnachtszeit und alle sind im Weihnachtsstress: Auch John McClane (Bruce Willis), der seine Frau Holly McClane (Bonnie Bedelia) am Flughafen von Washington abholen will um das Weihnachtsfest bei seinen Schwiegereltern zu verbringen. Doch unerwartet entstehen Komplikationen am Flughafen. Denn unter der Führung von Colonel Stewart nehmen Elitesoldaten (William Sadler) die Kommandozentrale des Towers in ihre Gewalt und ziehen von nun an die Fäden. Ihr Ziel ist es denn ausländischen Diktator General Esperanza (Franco Nero) der zur Auslieferung freigegeben wurde, zu befreien. Auch er befindet sich in einer der Maschinen die im Himmel kreist. Nachdem man sich von der Fughafenpolizei zur Wehr setzt, statuiert Col. Stewart ein Example und lässt eine Maschine zu Boden stürzen. Da Holly´s Maschine kaum noch Treibstoff im Tank hat und irgendwann sowieso notlanden muss bleibt ihnen nicht mehr viel Zeit. John McClane nimmt sich der Situation an und versucht auf eigene Faust der Söldnertruppe das Handwerk zu legen ...

Wieder einmal ein neues Abenteuer für John McClane, welches von der Story her an das Original erinnert, lediglich um das Szenario herum einige neue Ideen bietet und einen Ortswechsel beansprucht. Denn anstatt des Nakatomi Gebäudes in L.A. hat man hier den Flughafen von Washington als Schauplatz gewählt. Dabei liefert das Szenario viele neue Ideen, die zwar eher unrealistischer Art sind, aber dem Film keinerlei Spannungabbruch geben. Beim Vorgänger ging es um eine Terroristengruppe, hier bei der Fortsetzung kommen Elitesoldaten zum Einsatz. Auch wenn hier kein Bankcoup wie beim ersten Teil das Ziel der Fieslinge ist und sie nur einen ihrer Verbündeten befreien wollen, tut dies dem Film nicht schaden. Denn als die Elitetruppe die Kommandozentrale des Towers in den Griff bekommt, entstehen viele tolle Überraschungen und Spannung wird aufgebaut. Man fiebert auch etwas mit den Passagieren mit und es gibt einige gutgelungene Wendungen, die man nicht hätte voraussagen können, z.B. benutzen die Söldner lediglich die  Systeme des Towerpersonals, nisten sich aber nicht in der Flughafenzentrale ein, sondern benutzen ein Versteck außerhalb des Flughafengeländes. Auch gibt es hier einen Verräter, der erst kurz vor Schluss seine wahren Absichten preis gibt.

Dabei kommt McClane den Söldnern nur zufällig auf die Spur, als er ein paar verdächtigen Personen folgt und sie lediglich um deren Ausweis bittet und nachfragt was sie in dem Gepäckabteil machen. Dabei wird natürlich auf ihn geschossen, woraufhin er sich zur Wehr setzt und die Bedrohung durch die Söldner ausschaltet. Diesen Vorfall will er natürlich bei der örtlichen Flughafenpolizei melden, woraufhin er von dem Polizeichef eine deftige Abreibung bekommt und dieser ihm nicht abkauft, dass hier ein großes Ding am laufen ist. Als die Verantwortlichen im Flughafentower jedoch die Kontrolle über ihre System verlieren meldet sich Colonel Stewart und seine Mannschaft. Von nun an gibt er Anweisungen, die befolgt werden müssen um sein Ziel zu erreichen, ansonsten sterben unschuldige Menschen. Dabei schaltet er die Notbeleuchtung der Startbahn ab, woraufhin die Flugzeuge kein freies Sichtfeld haben. Natürlich versucht man Wege zu finden um die Kommunikation zu den im himmelschwebenden Maschinen zurückzugewinnen, jedoch wird dies von Colonel Stewart nicht geduldet und er demonstriert ihnen seine Macht, indem er ein Flugzeug falsch navigiert und es abstürzt.

Von nun an wird McClane´s Kämpferherz in Gang gesetzt und er unternimmt alle sich ihm zur Verfügung stehenden Mittel damit nicht noch mehr Opfer sterben müssen. Also hetzt McClane während des gesamten Films zwischen dem Tower, einem unterirdischen Tunnelsystem und der Startbahn hin und her und versucht einzuschreiten und zu helfen wo er nur kann. Dabei gibt er natürliche wieder einige tolle Sprüche zum besten, die aber nicht von so großer Häufigkeit sind wie das noch beim Vorgänger der Fall war.
Währenddessen ballert er sich durch eine Ganze Gegnerschar und hinterlässt ein Schlachtfeld von massenhaft Leichen. Dabei trägt er seine typischen Verletzungen davon und blutet wie ein abgestochenes Schwein.
Auch hier, wie schon beim ersten Teil, hört er den Funkkontakt ab, zu dem er aber noch den passenden Code braucht um die verschlüsselten Gespräche unter den Söldner abzuhören. Durch Zufall findet er ein funktionierendes Walkie-Talkie und kann so die Pläne von Col. Stewart durchkreuzen.
Somit scheint McClane der Elitetruppe immer einen Schritt voraus zu sein.

All diese Dinge bekommen wir natürlich mit knallharten, professionell inszenierten Actionszenen seitens Renny Harlin in allen möglichen Varianten präsentiert. Dabei ballert McClane linkshändig alles nieder, was auch nur nach einem Söldner ausschaut, um so seine Chancen und die der Passagiere zu erhöhen. Die Action umfasst harte und blutige Shootouts, mit dem Einsatz von Handfeuerwaffen bis hin zu Maschinengewehren, harte Auseinadersetzungen, wilde Explosionen und Stunts. Wieder wird das komplette Actionprogramm aufgefahren wo man als Actionfan einfach nur abfeiern kann.
McClane schießt dabei seine Gegner gleich in Dutzenden zu Boden und benutzt bei den Nahkämpfen auch mal Golfschläger oder sticht einem Angreifer einen Eiszapfen ins Auge. Somit fallen die Auseinandersetzungen mit seinen Widersachern immer sehr hart und blutig aus. Der Härtegrad wurde im Gegensatz zum Vorgänger noch etwas angehoben und mehr Leichen kann man hier auch zählen. Eines der Highlights ist sicherlich die Explosion zweier Flugzeuge, einmal eins in der Mitte des Films und das andere im Finale, wo die Bösewichte noch einmal McClane´s Rechnung präsentiert bekommen, die sie mit dem Tod bezahlen.
Auch gibt es eine wilde Verfolgungsjagd mit Jet Ski´s, die ordentlich inszeniert wurde und mit einige Schießereien aufwartet. Auch der Endkampf auf den Flugzeugträgern ist sehr gelungen und von Harlin perfekt umgesetzt. Überhaupt ist die Action hier noch öfters vorhanden, als im Vorgänger und Harlin serviert uns ein Actionspektakel aller erster Güte. Natürlich sollte man bei diversen Szenen, wie z.B. dem Schleudersitz mit dem sich McClane aus der Maschine befördert nicht über Logik oder Realismus nachdenken, denn schließlich handelt es sich hier um einen Actionfilm und all dies dient nur dem Unterhaltungszweck, den der Film auf jedem erdenklichen Niveau erfüllt.
Die verschneite Winterkulisse Washington´s, sei es auf dem Flughafengelände oder an anderen Orten ist sehr atmosphärisch und sorgt für ordentliches Weihnachtsfeeling. Der Score ist wieder mal von Michael Kamen sehr gelungen und es gibt auch hier wieder das vertraute „Let it Snow“ aus dem Original zu hören.

Der zweite Teil lebt auch hier mal wieder von Bruce Willis, der es schafft dem Film sein eigenes Flair zu vermitteln. Zigarettenrauchend, schießend und sprücheklopfend sehe ich ihn am liebsten und diese Szenen gibt es hier reichlich. Herrlich wie er die Söldnertruppe, sowie die Flughafenpolizei an der Nase herumführt und mit Sprüchen bombadiert. Tolle Leistung von ihm, man merkt einfach das er Spaß an seiner Rolle hat.
William Sadler kann als Colonel Stewart nicht an die geniale Performance von Alan Rickman heranreichen und auch Jeremy Irons war im dritten Teil ein deutlich charismatischerer Bösewicht. Dennoch hat er seine Momente und er und seine Truppe gehen ähnlich professionell zu Werke wie Rickman im ersten Teil. Zwar werden die Söldner nicht so ausgiebig beleuchtet und erreichen damit weniger Charaktertiefe als beim ersten Teil, dennoch liefern sie eine gute Leistung ab.
In Nebenrollen sind Bonnie Bedelia, William Atherton (Richard Thornburg, verrückter Nachrichtenheini aus Teil eins) und John Amos als Maj. Grant zu sehen. Reginald VelJohnson wurde auch wieder als netter Sidekick ins Team geholt und liefert McClane die passenden Informationen, die er benötigt.
Für einen Actionfilm macht jeder Schauspieler einen guten Job und man kann mit jeder Leistung zufrieden sein.

Wenn man „Stirb Langsam 2“ mit dem genialen Original vergleicht, dann kann diese Fortsetzung nicht mithalten. Allerdings bewerte ich jeden Film für sich alleine, und hierbei handelt es sich um einen richtigen geilen Actionkracher.
Regisseur Renny Harlin hat an alles gedacht und präsentiert uns einen hervorragenden Mix aus Action (noch mehr als im Vorgänger), Spannung, Humor und das alles verpackt in eine für einen Actionfilm erstklassigen Story.
„Stirb Langsam 2“ macht mir genau so viel Fun wie der Vorgänger, nur halt eben mit einem anderen, aber ebenfalls fast genauso talentierten Regisseur wie John McTiernan einer ist.

Oder wie McClane es treffend formulieren würde:

„Yippiyayee Schweinebacke!“ (Orig. „Yippee-ki-yay, motherfucker!“)

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