Da sich „Die Hard“ (1988) gut an der Kinokasse machte, schob man zwei Jahre später diese Fortsetzung nach. Inszeniert von Renny Harlin hat Cop John McClane wieder so eine Ahnung, als er zwei Figuren hinter die Kulissen des Dulles Airport in Washington D.C. folgt. So fährt er der Operation eines Colonels in die Parade, welcher einen südamerikanischen Diktator dort abholen will. So wie McClane seine Frau, bis dahin muss er sich allerdings wieder als Ein-Mann-Armee verdingen und dies vorzugsweise durch anständig inszenierte Action. Diese Variation des Vorgängerfilms liefert wieder ein zwar begrenztes, aber dennoch weitläufigeres Areal, das Flughafengelände bietet einige Kulissen für Krawall. Der Actioner ist von der alten Schule mit Squibs und Explosionen, was das Fanherz erfreut. Dazu zieht er sein Szenario insgesamt mit ausreichendem Tempo durch und es gibt einen launigen Spruch hier und da. Dennoch bleibt „Die Hard 2“ hinter seinem Vorgänger zurück, wenn auch auf gutem Niveau.
Der Nebenplot mit McClanes Frau im Flugzeug und dem aus dem Erstling bekannten Journalisten ist nett, der Cast ist durch die Bank fähig. Bruce Willis sieht als John McClane schon zu Anfang irgendwie etwas pennerig aus und darf im Verlauf wieder einiges einstecken. Ein Wiedersehen gibt es mit Bonnie Bedelia (Holly) und Reginald VelJohnson (Powell), dazu gesellen sich diverse bekannte Gesichter wie Franco Nero, John Amos, Colm Meaney sowie Robert Patrick in kleineren oder größeren Rollen. William Sadler gibt einen soliden Schurken als Colonel Stuart ab, ein Alan Rickman ist er aber beileibe nicht. Auch andere Zutaten verleiden der insgesamt gelungenen Fortsetzung ein höheres Ansehen. Das Alphatiergehabe mancher Autoritäten ist recht albern, die Schleudersitzsequenz sieht einfach nicht besonders aus und nach dieser verliert der Streifen auch etwas an Zug. Dazu darf man sich darüber wundern, dass McClane bei seiner Demonstration in der Polizeiwache nicht abgeknallt wird oder wo er eigentlich auf der Tragfläche hergesprungen kommt, während man die wohl längste Startbahn der Welt abfährt. Das macht das Werk letztlich aber nicht kaputt, da rieselt gemütlich der ganze Kunstschnee drauf.
„It's okay, I've done this before.“
Insgesamt gelungene Fortsetzung, die aber hinter dem Vorgänger bleibt.