Dr. Feinstone führt eine unbekümmerte Ehe zwischen all dem normalen Alltagswahnsinn und seinem Berufleben in das er sich all zu sehr fixiert hat. Er ist krankhaft schmutzempfindlich und als er seine Frau mit dem Poolreiniger im eigenen Garten beim fremdgehen erwischt dreht er durch.Seitdem, will er dem umgehendem Schmutz und dem Verfall Einhalt gebieten. Menschlich sowie hygenisch sieht er die Fäulnis in sich und in seinem Umfeld aufkommen und seine meist unschuldigen Patienten werden bei der Behandlung von ihrem Zerfall befreit. Soviel schon mal zur Story, die zwar weitaus dünn ist, aber die Parallelen zum Zwischenmenschlichen, diesem Virus, dem Verfall der Menschlichkeit, der Verfall des reinem im Menschen wird ironisch erzählt und kann durch die gute Schauspielleistung des krankhaften Zahnarzt überzeugen. Die Angst des Zahnarzt vor mangelnder Disziplin und die daraufhin übertragende Deutung auf die Falschheit eines ach so reinem, vollkommenen Leben in einer glücklichen Ehe überträgt sich auch auf die Reinheit unserer Zähne, die wir aufgrund fehlender Disziplin verkommen lassen. Leider schafft der schmale Plot der Geschichte es nicht, diese Aussage ausreichend zu überbringen, so gehen die Parallelen und die Tiefgründigkeit und die Idee des ganzen schnell verloren. Was bleibt ist durschnittliche Kost eines Horrorfilms mit ekligen Effekten, der an sich als Horrorfilm ungeeignet ist, da es sich bloss um die Verunstaltungsfantasien eines Zahnarzt handelt. Der Film versucht gekonnt mit den Ängsten eines jeden zu spielen. Das macht auch den einzigen Horror des Filmes aus. Yuzna versucht die Angst vor dem Zahnarzt, die irgendwo jeder hat oder mal hatte, auszunutzen.Die Effekte sind an sich kein Splatter, trotzdem ekelig anzusehen, da es Ergebnisse einer Angst sind, die wir beim Zahnarzt selbst hätten. Das macht das ganze noch weitaus intensiver. Die Darsteller sind mittelprächtig bis gut, der Zahnarzt überzeugend, der Rest beweist sich dann aber doch als zu austauschbar und insgesamt keiner der Darsteller stellt eine Identifikationsfigur dar. Atmosphärisch ist das ganze schon, die Idee der unterschiedlichen Behandlungsräume, als wäre man im Paradies, die schön glänzenden Fassaden der Häuser eingetränkt in ein sauberes weiß geben der ganze Grundidee des Filmes noch mehr Ausdruckskraft. Fazit: Die wahre Reinheit ist meist nicht die reine Wahrheit. Die Fassade unserer Welt der Menschen und dem heuchlerischen Zerfalls konnte der Film recht gut wiederbringen, aber aufgrund der dünnen Story um den psychich gestörten Zahnarzt, der wie wahnsinnig den Zerfall aufhalten will verkommt oft in Langeweile und treibt das ganze nicht wirklich voran. Trotzdem 90min. die man sich ansehen kann, die teilweise schockieren, ekelerregend sind, unterhaltsam sind aber einen am Ende darstehen lassen, als hätte man etwas gesehen, was man eigentlich hätte besser machen können oder eigentlich gar nicht hätte sehen müssen, weil die Story eigentlich viel zu vorhersehend und nichtssagend ist.Einfach befriedigend. 6,5 / 10