Review

Die Zusammenfassung spare ich mir mal, auch wenn die Story in wenigen Sätzen erzählt wäre.
Ich werde wohl viele Brian Yuzna-Fans damit vor den Kopf stoßen, aber dieser Film ist mal wieder ein typisch unterdurchschnittlicher Film des Regisseurs. Konnte er bei einem Film wie "Return of the living Dead 3" die etwas dünne Story und Dramaturgie noch durch düstere Atmosphäre, ausgefallene Ideen und ein beeindruckendes Splatterfest ausgleichen (ganz zu schweigen von der hervorragenden Mindy Clark), so versagt er bei "The Dentist" in fast jeder Beziehung. Die Kritikpunkte im Einzelnen:

1. Die Charaktere:
Es gibt einfach keinen interessanten Charakter. Sie bleiben alle extrem oberflächlich und sind völlig austauschbar. Zwar versucht Yuzna jeder noch so kleinen Rolle gewisse Charakterzüge zu geben, doch einerseits sind es viel zu viele Personen und alle eigentlich Nebendarsteller und andererseits gibt es überhaupt kein Zusammenspiel zwischen den Personen. Man fiebert deswegen auch mit keinem Opfer mit.
Die Idee einen kranken Psychopathen als Hauptcharakter zu wählen ist ja eigentlich ganz gut, aber leider macht dieser keinerlei Entwicklung durch. Er ist von der ersten Sekunde an völlig durchgeknallt und gemeingefährlich und man fragt sich eigentlich nur, warum er nicht schon viel früher damit begonnen hat, Leute abzuschlachten. Hätte man mitverfolgen können, wie aus einem Menschen mit leicht krankhaftem Sauberkeitstick schließlich jener Irre wird, der glaubt in einer Welt aus Dreck und Fäulnis unterzugehen und deswegen den ganzen "Schmutz beseitigen zu müssen, wäre das Ganze wesentlich spannender geworden.

2. Die Story:
Wie eben schon erwähnt, beginnt der Film eben schon mit einem kranken Psychopathen, der schließlich, ohne das man überrascht wäre, damit beginnt, Leute zu malträtieren. Man hat auch zu keinem Zeitpunkt das Gefühl dieses Schicksal ließe sich abwenden, was dem ganzen natürlich jegliche Spannung nimmt. Außerdem ist eigentlich von Anfang an vorhersehbar, wer dran glauben muss und wer nicht. Genauso, wie klar ist, dass Dr. Finestone am Ende gefasst werden wird, was ja durch die Eröffnungssequenz (Dr. Finestone beginnt in der Irrenanstalt seine Geschichte zu erzählen) sogar schon verraten wird. Um die fehlende Dramaturgie auszugleichen, versuchen die Opfer meist irgendwie zu entkommen, was dann meist irgendwie nicht klappt. Toll. Also eigentlich gibt es nicht wirklich eine Story...
Die Dialoge sind auch nicht sonderlich interessant, da es ja keine Geschichte gibt, die sie voranbringen könnten.

3. Atmosphäre:
Das ist ja oft ein Punkt mit dem sich noch ziemlich viel retten lässt. Leider hat der Film auch da nichts zu bieten. Das Ganze spielt meistens in Dr. Finestones Praxis, die durchgehend als schlecht ausgeleuchtete Studiokulisse zu erkennen ist. Die Idee mit den völlig unterschiedlichen Behandlungsräumen ist eigentlich recht nett, aber kommt durch wenig Liebe zum Detail, dröge Kameraeinstellungen, die man in Serien schon besser gesehen hat, und eben diese schlechte Beleuchtung überhaupt nicht zu Geltung. Schade.

4. Horror/Splatter:
Tja, und da hätte ich natürlich auch mehr erwartet. Richtigen Splatter gibt es eigentlich gar nicht. Yuzna versucht einfach den Ekel und die Angst vorm Zahnarzt, die fast jeder hat, auszunutzen. Doch selbst das gelingt ihm nur halbherzig. Effekte gibt es im Film außerdem nur sehr selten zu bewundern. Ein Livemitschnitt einer Zahnbehandlung wäre viel, viel furchtbarer. Am spannendsten und gruseligsten wird es immer dann, wenn Dr. Finestone ein neues Opfer hat. Denn man beißt schon die Zähne zusammen und rechnet mit dem furchtbarsten und ekligsten Splattereffekte, den man sich vorstellen kann. Leider wird man jedes Mal enttäuscht. Am ekligsten ist eigentlich, wie er einer Patientin ein wenig zu viel Zahn wegbohrt. Das verläuft zwar völlig unblutig, erinnert aber an das, wovor es einen jedes Mal graut, wenn man im Zahnarztstuhl sitzt...

Fazit:
Viele Interessante Ideen extrem langweilig umgesetzt. Etwas mehr Story, Atmosphäre, Splatter oder eine Prise Humor hätten aus dem ganzen einen spannenden und innovativen (die Idee gab’s wirklich noch nicht) Film machen können. So bleibt es leider ein unterdurchschnittlicher Seicht-Schocker, bei dem man vielleicht nicht einschläft, den man aber auch einfach nicht gesehen haben muss.

Bewertung 2,5/10

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