Jetzt sprießen die Ableger und Varianten der „Twilight“ - Reihe so richtig aus dem Boden, - manche versuchen gar, mehrere Subgenres miteinander zu verknüpfen, was eher selten ein ausgeglichenes Konzept ergibt.
So auch bei dieser Mischung aus Vampirstreifen, Musikfilm und Beziehungskomödie, welche mit seiner einfallslosen Story und einigen langatmigen Dialogen nie volle Fahrt aufnimmt.
Dabei mischen einige bekannte Gesichter aus der Musikwelt mit, während die Band „The Winners“ um Joey und Ex Jennifer recht erfolglos durch die Clubs zwischen Kanada und den USA touren. Als Jennifer eines Abends mit einem auffallend bleichen Poser verschwindet und am nächsten Morgen ebenfalls bleich und komplett verändert erscheint, geht es mit der Karriere der fünfköpfigen Band steil bergauf, da die einzige Lady der Band sämtlichen Zuschauern den Kopf verdreht.
Doch noch kommen sie nicht hinter das Geheimnis ihrer faszinierenden Ausstrahlung…
Man muss kein Prophet sein, um Jennifers Metamorphose erklären zu können, denn jeder, der auch nur eine Handvoll Vampirfilme gesehen hat, durchschaut die Chose von A bis Z, einschließlich der Nebenhandlungsstränge mit heimlichen Verstecken der Opfer, der Verfolgung durch den Vampirjäger und der finalen Bekämpfung der Wurzel des Bösen.
Den Horroranteilen fehlt allerdings der sprichwörtliche Biss, denn bis auf einen Strohhalm im Hals und einen Kehlenriss sind sämtliche Blutszenen lediglich angedeutet, meistens ganz ausgeklammert.
Da funktioniert die Konzentration auf die Musik schon ein wenig besser, wobei Auftritte als auch Studioaufzeichnungen zur Folge haben, dass inhaltlich kein Vorankommen auszumachen ist, auch wenn die Songs recht neckische Textpassagen aufweisen und stilistisch in Richtung Alice Cooper gehen, der einen nicht unwesentlichen Part in der Handlung einnimmt.
Und da im Gesamtbild schon nicht allzu viel passiert, nehmen die Musikeinspieler auf Dauer noch mehr Substanz aus dem ohnehin ereignislosen Geschehen.
Recht vergnüglich geht es immerhin noch zu, wenn Situationskomik ins Spiel kommt oder einige Sidekicks auf Ikonen der Musikwelt vorzufinden sind.
So erinnert beispielsweise der Gang über die Straße frappierend an Beatles´ „Abbey Road“ und mit reichlich Selbstironie ausgestattet dürfen Leutchen wie Moby, Iggy Pop, oder Henry Rollins amüsante Weißheiten in Sachen Vampirismus, Musikbusiness und sonstige Lebensphilosophien abgeben.
Daneben mischt noch Malcolm McDowell mit, der als Vampirjäger ein paar augenzwinkernde Tollpatsch-Szenen hinlegt.
Dadurch wird allerdings nicht genug des ansonsten eher drögen Stoffes ausgeglichen, der storytechnisch oft auf der Stelle tritt und nur selten bis gar nicht mit Spannung oder gar Action daherkommt.
Als reiner Musikfilm konzipiert, hätte die Handlung eine deutlich effektivere Richtung eingeschlagen, - so wirkt er die meiste Zeit unausgegoren und in einigen Belangen halbherzig, zumal die Darsteller nicht sonderlich glänzen können und deren Figurenzeichnungen wenig Raum für Tiefe zulassen.
Die Mixtur aus „Rocky Horror Picture Show“ und Vampir-Road-Movie bietet zwar ein paar gefällige Ansätze, kommt über diese aufgrund mangelnder Originalität und einseitigem Drehbuch kaum hinaus.
Wer die Stilrichtung jener Rockmusik schätzt, bekommt zwar fast durchweg brauchbares Futter für die Ohren, doch wer auf Schauwerte und treffsichere Gags setzt, dürfte, trotz sympathischer Grundzüge und lockerer Stimmung eher enttäuscht werden.
Denn für eine musikalische Vampirkomödie bleibt der Streifen reichlich zahm und einfallslos.
Knapp
4 von 10