Inhalt:
Irgendwo in China, viele Jahre nach der bürgerlichen Revolution. Wong Ah Wen (Billy Chong) will den Tod seines Vaters (Hau Chiu-Sing) rächen.
Dieser wurde einst von Banditen, welche von Yen (Chu Tit-Wo) angeführt wurden, überfallen. An der Seite des Vaters stand dessen Freund, der alte Chang (Simon Yuen). Beide besiegten die Banditen, und verletzten diese sehr schwer.
Einer (Addy Sung) ist seither blind, der andere (Brandy Yuen) taub. Beide Männer sind jedoch immer noch gefährliche Kämpfer, und Yen sann auf Rache.
Und so töteten sie Wong´s Vater.
Wong will als Ausbilder in einer KungFu-Schule anheuern. Die beiden Ausbilder der Schule, ein dürrer Schlacks (David Wu) und der etwas zu kompakt gebaute Fatty (Lun Ga-Chun), sind so arrogant wie unterbelichtet. Wong wird erst verprügelt, dann darf er in der Küche der Schule Dienst schieben.
Dort ist der alte Chang, der Freund des getöteten Vaters von Wong, der Koch!
Der Alte ist kodderig und kauzig, aber ein Mann mit Herz. Er und Wong ärgern sich gegenseitig, finden aber immer mehr Gefallen einander. Wong wird zum Schüler des Alten..., und Chang will, dass Wong den Tod seines Vaters rächt.
Doch Wong gerät an Yen, der auch den alten Chang töten will. Wong bezieht Schläge, verrät seinen Meister jedoch nicht. Doch Yen weiß, dass er durch Wong an den alten Chang herankommt.
Das Training indes wird nun auf dem Lande, an einem verfallenen Gehöft intensiviert. Chang, ein Meister der Adlerklauen-Technik, verfeinerte diese durch die Technik der "Schattenfaust". Nur so kann Wong Yen und dessen Männer besiegen.
Dann verlässt der alte Chang seinen Schüler.
Wong nimmt sich zunächst die beiden Schergen Yen´s in einem so kuriosen wie blutigen Kampf vor.
Dann kommt es zum brutalen Show-Down zwischen ihm und Yen, ein Kampf um Leben oder Tod......
Fazit:
Im Jahre 1979 drehte Regisseur Hua Shan ("The soul of the sword") für das Label "The Eternal Film Co." diese nicht immer ganz gelungene, aber insgesamt unterhaltsame und flotte KungFu-Klamotte mit Billy Chong und "Drunken Master" Simon Yuen in den Hauptrollen.
In hell-klaren Bildern gehalten, in stimmiger Eastern-Atmosphäre erzählt Hua Shan eine für die "Drunken Master"-Komödien typische Storyline routiniert und insgesamt stringent-flüssig. Kleinere Holprigkeiten und Auffüll-Szenen bleiben nicht aus, manches ist typisch affiger Hongkong-Klamauk mit Grimassen und Nonsens. Und im Fight Chong vs Addy Sung/Brandy Yuen wird auch mal der Geschwindigkeitsregler zu hoch gedreht.
Aber als Fan von Eastern und derem komödialen Sub-Genre kennt man das ja schon, und sieht geflissentlich drüber weg, so ging es mir jedenfalls.
"Crystal Fist" ist ein insgesamt typischer, so routinierter wie flotter Genre-Beitrag, mit Witz, Tempo, Drive und jeder Menge dynamisch-spritziger KungFu-Action! Das ist solide Unterhaltung für den Eastern-Freund, und der Streifen lebt natürlich auch wieder vom rau-herzlichen Verhältnis ´Schüler/Sifu´, die erst zueinander finden müssen, und dem obligatorischem Training bis zum Exzess.
Und da sind Billy Chong als junger, zunächst unausgereifter Held und Simon Yuen, der legendäre "Drunken Master" und Sifu-Prototyp, natürlich die richtigen Protagonisten, die das Eastern-Laufrad in Rotation halten.
Von ihrem Verhältnis zueinander, dass sich erst aufbauen muss, von ihrem Wechselspiel aus ´sich necken´, dass Billy erst zur Räson gebracht und Simon erst seinen Schüler als solchen akzeptieren muss, davon lebt natürlich auch "Crystal Fist".., im Fahrwasser der "Drunken Master"-Erfolge mit Jackie Chan und eben Simon Yuen.
So ist das auch hier, und beim Fan der Materie stellt sich gar wieder dieses Wohlbehagen ein, als es an der typischen Gehöft-Hütte, drumrum sattes Grün und im Hintergrund die Berge, zu den unvermeidlichen Ausbildungssequenzen kommt, Katas und Rückgratbiegungen bis der Arzt kommt.
Billy Chong muss als Jackie-Ersatz herhalten, so kommt es einem vor, doch Billy setzt durchaus eigene Akzente, aus dem naiv-unerfahrenen Jüngling wird ein Klasse-Fighter, na klar, so läuft das in diesen Comedy-Eastern.
Und Simon Yuen verschmilzt einmal mehr in seiner Parade-Rolle des "Drunken Master", rau, kodderig, kauzig, und genauso herzlich. Keiner konnte das so darstellen wie er.
Dazu natürlich die Villains, die so gar keinen Spaß verstehen, Chu Tit-Wo steht an deren Spitze, ist ein brutal-ernster Charakter, ist somit der absolute Gegenpol.
Besonders sind hingegen Addy Sung und Brandy Yuen, als dessen Schergen, denn der eine ist blind, der andere taub. Sie bilden ein besonderes, homogenes Gespann, ergänzen sich, und geben "Crystal Fist" fast schon eine spezielle Note.
In der KungFu-Schule sind hingegen die Doofies, die Dummies dieser Produktion zu finden, die mit Grimassen und Nonsens-Klamauk für nur flaue Lacher sorgen. Der Kampf gegen einen russischen Boxer (Alexander Grand) und eine Wirtshausschlägerei zwischen Billy Chong und Pan Yung-Sheng sowie Wong Chi-Ming, sind nur besseres Auffüll-Material um wohl die Laufzeit zu strecken und noch zusätzliche Fights einzubauen.
Auf weibliche Rollen wird denn auch noch ganz verzichtet.
Das Geschehen mündet nach dem Aufbau einer Rache-Story, dem ´sich finden´ von Billy und Simon und der Ausbildung in einen zweigeteilten Show-Down.
Die KungFu-Action ist das natürlich Wichtigste in dieser Eastern-Komödie.., und die Fights werden im Verlauf immer intensiver, dynamischer und auch härter und blutiger.
Der Fight Chong vs Sung/Yuen ist durch die Behinderungen der beiden Villains speziell und gar kurios, ohne dass die Ernsthaftigkeit dieser Auseinandersetzung vergessen gerät.
Und beim Show-Down zwischen Billy Chong und Chu Tit-Wo gibt es keinerlei Pardon, hat dieser Film längst seinen komödialen Charakter abgelegt. Ein starker, furioser Kampf!
Auch dies genre-typisch..., auf einen Fight auf Leben oder Tod brauchen die Eastern-Fans auch in den Lustspielen dieser Film-Gattung nicht zu verzichten.
"Crystal Fist" ("Knochenbrecher halt die Ohren steif") ist nach "Die Superfaust der Shaolin" (siehe mein Review auf dieser website) der bekannteste Film mit Billy Chong hier in der BRD. Ein guter, ein unterhaltsamer Genre-Beitrag, ein Film nach dem Geschmack der Eastern-Fans und speziell der Freunde des "Drunken Master"-Subgenres.
Knappe 7/10 Punkte kann sich "Crystal Fist" in meiner Bewertung noch erkämpfen.