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Kaum zu glauben, dass Gary Winick, der Komödien wie "30 über Nacht" oder "Bride Wars - Beste Feindinnen" in Szene gesetzt hat, mal solch einen Schund wie "Curfew" verzapft hat. Sein Regiedebüt ist sehr nah am Amateurfilm angesiedelt und erinnert ganz entfernt an Michael Hanekes wesentlich später entstandenen "Funny Games". Jedoch haut sein sadistisch angehauchtes Terrorfilmchen in der heutigen Zeit keinen mehr vom Hocker.

Weil sie ein junges Mädchen vergewaltigt und ermordet haben, werden die beiden Brüder Ray (Wendell Wellman) und Bob Parker (John Putch) zu lebenlanger Haft verurteilt. Doch ihnen gelingt die Flucht und nun beginnt ihr Rachefeldzug an allen, die für ihre Verurteilung verantwortlich waren. Besonders auf den Staatsanwalt Walter Davenport (Frank Miller) haben sie es abgesehen. Also dringen sie in sein Haus ein und halten ihn, seine Frau Megan (Jean Brooks) und die hübsche Tochter Stephanie (Kyle Richards) dort gefangen. Die Davenport sehen sich zahlreichen sadistischen Spielen ausgesetzt, nicht mal die Polizei scheint die zwei Wahnsinnigen aufhalten zu können. So versucht Stephanie die beiden Brüder gegeneinander auszuspielen, was in einer Katastrophe endet.

Winick präsentiert uns hier eine Welt, wo Richter und Staatsanwalt direkt nebeneinander wohnen. Desweiteren rügt der Richter Stephanie, weil sie für seinen Geschmack sehr freizügige Kleidung trägt und die könne ja dem Ruf ihres Vater Walter schaden. Und eine Menge weiterer Dinge bleiben hier völlig unverständlich, beispielsweise das Motiv der beiden Brüder hier einen Rachefeldzug zu starten. Im Auftakt sehen wir, wie zwischen den Beiden ein Streit um das junge Mädchen entbrennt, der Ausgang dieser Situation wird uns aber vorenthalten. Doch nach ihrem gestörten Verhalten zu urteilen, wurden sie völlig zu Recht lebenslänglich eingesperrt. Daneben lässt Winick noch eine Gruppe nerviger Teenies herumhampeln, die sich die Zeit damit vertreiben in einem Imbiss großen Schaden anzurichten und die Polizei zu verarschen. Doch eigentlich dienen diese nur als spätere Mordopfer. Dann dieser vertrottelte Polizist, der ständig auf seinen Zigarren herumkaut und eine Kuh nicht von einem Elefanten unterscheiden kann. Eigentlich kann man hier niemand für voll nehmen und so reißt einem auch der Überlebenskampf der Familie Davenport in keinster Weise mit.

Wir bekommen nicht mal zu sehen, wie Ray und Bob aus dem Knast flüchten, der aufgrund des akkuten Geldmangels nur aus einer Zelle besteht. Und warum werden die Beiden eigentlich nicht gejagt ? Sie hinterlassen eine Spur von Leichen, bevor sie bei den Davenports eindringen. Die müssen sich dann Rays und Bobs eigener Art einen Gerichtsprozess zu führen, unterziehen und dabei steht über Scherben laufen und Misshandlung auf der Speisekarte. Stephanie versucht ihre weiblichen Reize einzusetzen und den Mitläufer Bob gegen seinen wesentlich bösartigeren Bruder Ray auszuspielen. Das Ganze verläuft weder spannend, noch sonderlich interessant. Auch leisten die Opfer kaum Gegenwehr und stellen sich dabei noch dermaßen doof an. Doch besonders das Gequatsche der Parker-Brüder geht einem schnell auf die Nerven, darüber helfen auch einige Morde nicht hinweg. Auf Goreffekte muss man verzichten, es gibt mal einen kurzen Kehlenschnitt, ein paar Blutspritzer und gegen Ende zwei bis drei blutige Einschüsse zu bestaunen. "Curfew" bleibt stets harmlos, auch die Quälereien, welche die Davenports über sich ergehen lassen müssen, verfehlen ihre Wirkung komplett. Aber vielleicht liegt es auch an den unterirdischen Schauspielern. Hauptdarstellerin Kyle Richards (Raising Hell, Die Party Animals sind zurück) macht nur optisch etwas her, Wendell Wellman (Sommersby, Verflucht sind sie alle) und John Putch (Freedom Strike, Skeeter) kann man komplett vergessen.

Der einzige welcher hier gefoltert wird, ist der Zuschauer, denn "Curfew" bleibt über die gesamte Distanz unspannend, langweilig und völlig belanglos. Die Darsteller sind schlecht, die Inszenierung schlicht und der Möchtegern-Rockscore ist nur bedingt eine optimale Untermalung. Einfach langweilig, ein Film zum abgewöhnen.

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