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Mann, was für ein Hammerfilm! Ich bin hin und weg. Ein deutscher Exploitationfilm, und dann auch noch so ein guter!? Okay, vielleicht übertreibe ich ein klein wenig, weil ich ohne Erwartungen an den Film rangegangen bin, aber egal, ich bin (und bleibe) begeistert.

Es geht um die junge Krankenschwester Maria, die sich mit einem schmierigen Vertreter auf eine Beziehung einlässt, die bald relativ unschön endet. Da beim Sex das Kondom geplatzt ist, muss Maria schon bald feststellen, dass sie schwanger ist... und das mit der Schwangerschaft etwas ganz und gar nicht stimmt. Heftige Bauchschmerzen kommen ohne Vorwarnung, Blut strömt aus ihrem Nabel, usw. Sie entschließt sich, das Kind loszuwerden. Kurz darauf hat sich der Vertreter bereits eine Kollegin von Maria geangelt und schwängert auch diese. Auch hier passt was nicht, und - im Splatterhighlight des Filmes - platzt ihr der Bauch in einem Auto! Zusammen mit ihrem vorgesetzten Arzt macht sich Maria daran, den Vertreter zu suchen und herauszufinden, was es mit der ganzen Sache auf sich hat.

Auch wenn der Streifen hin und wieder etwas konstruiert ist und zu bedeutungsvoll und überambitioniert daherkommt, so schafft er es doch, über die gesamte Laufzeit zu fesseln und einen rätseln zu lassen, was da eigentlich passiert. Es werden auch - und das finde ich besonders toll - keine Antworten geliefert... man muss das Gesehene selbst interpretieren. Dabei taucht der Film das ein oder andere Mal in den Körperhorror eines David Cronenberg ein, während er gleichzeitig Ähnlichkeiten mit den Visionen eines David Lynch aufkommen lässt. Wow! Ich finde den Film richtig toll und kann ihn jedem Fan ans Herz legen. Natürlich nur in der 18er Fassung, da BABYLON für die 16er Freigabe einige Minuten lassen musste. Die Besetzung macht ihre Sache richtig gut: Dominic Raacke als schmieriger Vertreter, der zwar durchaus charmant sein kann und deshalb auch bei den Frauen gut ankommt, aber im innersten ein Arschloch sondergleichen ist, sticht besonders hervor. Aber auch Natja Brunckhorst als Maria, Michael Greiling als der Chefarzt und Veronica Ferres in einer Nebenrolle (wo sie sogar ihre Brüste in die Kamera reckt) überzeugen im großen und ganzen. Geheimtipp!

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