Die Reihe um „Ich weiß…Sommer…“ musste ja irgendwann zwangsläufig ins Parodistische abdriften, doch leider schaffen es die Australier Edmonds/Turner nicht, humorvolle Momente in ihrem Slasher einzubauen, obgleich das Werk als Horror-Komödie angepriesen wird.
Wer dachte, die Talsohle sei mit dem zweiten Sequel bereits erreicht gewesen, wird sich wundern, wie ein solch niedriges Niveau noch unterboten werden kann.
In Australien spielt man gerne Cricket, eine Ballsportart, vergleichbar mit Baseball.
Vor rund zwanzig Jahren kam es innerhalb einer Jugendmannschaft zu einem Tumult, als alle Mitspieler auf einen einzelnen losgingen.
Nun rächt sich dieser an seinen ehemaligen Peinigern, denen ein abseits gelegenes Camp fürs Zeugenschutzprogramm herzlich wenig hilft…
Schon mal keine günstige Vorraussetzung, wenn einem die Identifikationsfigur des Cops Gary Chance durch und durch unsympathisch erscheint, weil der Kerl schmierige Verhaltensweisen an den Tag legt und meint, er könne bei seiner neuen Kollegin von Scottland Yard Eindruck mit billigen Anmachsprüchen schinden.
Gleichermaßen unvorteilhaft zum späteren Mitfiebern ist es, wenn einem die potentiellen Opfer, also die Zeugen im Schutzprogramm herzlich egal sind, da einem stereotype Abziehbilder vom Hair-Stylisten, über den Bibelfanatiker bis hin zum eisernen Reservisten präsentiert werden, die im Übrigen, einschließlich der drei anwesenden Sicherheitskräfte kein markantes Erscheinungsbild aufweisen.
Bleibt also die vage Hoffnung (der billige Troma-Look und die austauschbaren Kulissen minimieren diese von vornherein), dass wenigstens der Killer einiges hermacht und ordentlich innovativ und blutig zuschlägt.
Doch ebenfalls Fehlanzeige. Der Schlächter mit seinem weißen Sommerhut wirkt trotz erheblicher Körpergröße kaum Furcht einflössend, er bewegt sich schlaksig und kommt eher wie ein unbeholfener Platzwart daher, dem jeder tödliche Schlag eher zufällig zu gelingen scheint (was dennoch nicht witzig rüberkommt).
Die Ableben halten sich in Sachen Originalität in Grenzen und auch der Blutgehalt impliziert keine expliziten Darstellungen.
Die meisten Opfer werden durchbohrt, einer erwürgt, dazu ein Kehlenschnitt und heraus fallende Gedärme (ohne sichtbare Verletzung), - lediglich der umfunktionierte Ball mit Nägeln gespickt ist für ein paar flotter inszenierte Morde brauchbar.
So dümpelt das Geschehen die meiste Zeit im Haus vor sich hin, es dauert rund eine halbe Stunde bis zum ersten Einsatz des Killers und währenddessen häufen sich eklatante Logiklöcher. Drei Cops, ein Campleiter und die dazugehörige Überwachungskamera bekommen nicht mit, wie die fünf Zeugen nach und nach verschwinden und in Sachen möglicher Gegenwehr fängt man in der jeweiligen Situation, trotz vieler herumliegender Gegenstände und der Langsamkeit des Killers besser nicht an, über Details nachzudenken.
Zwischenzeitlich bekommt man zwar ein wenig nackte Haut geboten, doch die Duschszene mit Momenten des Einseifens wurde so merkwürdig separiert gefilmt, dass man bei der Dame schon eher auf ein Body Double schließen könnte, zumal es sich bei der Darstellerin um einen Part des Regieteams handelt.
Jenes unterlegt den Streifen zwar mit passablen Sounds und zumeist brauchbarem Score, doch just zum Finale meint man, dass ausgerechnet ein Heavy Metal Song als spannungsfördernde Untermalung beim Zweikampf beitragen würde.
Der Showdown wird letztlich von zwei kleinen Wendungen aufgewertet, die aus dem sehr schlechten Streifen noch einen schlechten machen.
Denn insgesamt betrachtet bietet dieser Slasher durchgehend unteres Niveau: Seien es die spannungsarm inszenierten Morde, die unterirdischen Darstellerleistungen, die manchmal etwas hilflose Kamera oder auch nur die kläglichen Versuche, etwas Humor einzubinden, die während der kurzen Laufzeit von 78 Minuten maximal zwei kleine Schmunzler zutage fördern.
Folglich hat dieser Streifen mit dem Original nichts gemein, außer demselben Subgenre und der Grundidee der späten Rache.
Unter solchen Umständen wird man schnell vergessen, was man sich diesen Sommer angesehen hat…
2,5 von 10