Mit Enter The Void liefert Noe diesmal ein Werk ab,das weniger kontovers anmutet.Was aber auch kein Gradmesser für seine Filme sein soll. Aber gleich vorweg,hier gibt es keine explizit gezeigte Gewaltdarstellung oder Tabubrüche wie aus seinen vorherigen Werken.
Dies braucht der Film auch nicht.Denn im Grunde bietet sein längster Film auch am wenigsten Story. Was sich auch bemerkbar macht.
Der Einstieg ist grandios, fängt den Zuschauer direkt ein und entscheidet auch darüber ob einem der weitere Verlauf gefällt oder langweilt.Denn die Ausgiebigkeit der einzelnen Szenen,kann schon sehr strapazieren.Natürlich beeindruckt die hypnotische Visualität mit den dezenten Klängen immer wieder aufs Neue.
Doch nach ca 45 als das transzendale Dasein beginnt ,wird es ein immer härter Kampf voll dabei zu sein.
Noe reduziert die abverlangte Aufmerksamtkeit auschließlich auf seine Kamerafahrten und Lichtspiele- und Farbenspiele.
Man bekommt erstmal diverse Rückblenden aus der Vergangenheit Oscars gezeigt und dann später den weiteren Verlauf der trauernden Personen.
Gerade der Verlauf war mir zu banal,es passiert womit jeder rechnet,was man als Normal einstufen würde und was natürlich die Realitätsbezug näher bringt,fast schon wie eine Doku(storybezogen) .Aber normale Verläufe in der Realität sind meist nicht so spannend.Das ist auch der Zwiespalt bei Enter the Void, wäre eine "Story" eingebaut, wäre die Befremdlichlichtkeit und natürliche Distanz "Film" gegeben. So verlässt sich Noe ganz auf die Wahrnehmungskraft und Konzentrationsstärke bzw Konzentrationsbereitschaft des Zuschauers.
Unterm Strich ist sein Werk wirklich zu lang geraten,da nichts weiter geboten wird. Der passive Blickwinkel schöpft sich gegen Ende leer.
Dennoch bleibt der Film haften, doch reflektiert man ausgiebiger, ist es ausschließlich die Visualität, als beispielsweise der heftige Nachgeschmack bei Irreversible.
7 von 10 Punkten