Tod, das Thema welches jeden Mensch beschäftigt. Doch was passiert wenn wir sterben. Keiner weiß es und es gibt sehr viele verschiedene Ansichten zu diesem Thema. Enter The Void ist ein Film der sich diesem Thema auf eigenwillige Art und Weise annimmt.
Der Film dreht sich um Oscar, der zusammen mit seiner Schwester in Tokio lebt. Er ist Drogendealer und sie arbeitet als Stripperin. In jungen Jahren verloren Oscar und seine Schwester Linda ihre Eltern bei einem Autounfall. Durch diesen Vorfall haben sie sich geschworen, sich niemals zu verlassen, nicht mal wenn einer sterben sollte. Als Oscar einen Drogendeal über die Bühne bringen will wird er jedoch von der Polizei erschossen. Doch genau dort beginnt erst die Reise.
Die Geschichte trägt nur einen kleinen Teil zum Film teil. Vielmehr glänzt der Film dadurch, dass er eine Sichtweise zum Thema Tod und das Leben nach dem Tod bringt. Hier möchte ich erwähnen, dass ich nicht an Gott glaube und relativ offen für verschiedene Ansichten zum Thema Tod bin. Enter The Void geht dem Prinzip des Buddhismus nach und zwar das man nach dem Tod wiedergeboren wird. Doch bevor dies passieren kann, entgleitet der Geist dem Körper und schwebt über der Welt, kann alles hören und sehen, jedoch kann er nicht mit seinem Umfeld und seinen Mitmenschen interagieren. Oscar sieht im Verlauf des Films wie es seinen Mitmenschen ergeht nachdem er gestorben ist. Zuvor bekommen wir allerdings auch einen wunderschönen Rückblick auf die Geschehnisse in Oscars Leben. Da in fast jeder Religion davon die Rede ist, das man im Moment seines Todes auch sein komplettes Leben nochmal sieht, finde ich diese Idee grandios.
Kommen wir zu der Laufzeit, 154:35 Minuten geht der Film in der Langfassung (welche von Noé so gewollt war, daher kann man diese Fassung als Director's Cut bezeichnen). Der Film ist sehr ruhig und erläutert bzw. zeigt sehr viele Sachen. Manche Menschen werden den Film wohl nicht zuende sehen können/wollen, da die Laufzeit sehr lang ist. Ich persönlich habe mich allerdings nicht gelangweilt, da mich die Thematik sowie die grandiose, fast hypnotische Umsetzung sehr in ihren Bann gezogen hatte. Jedoch gefällt mir das Thema Tod und was nach dem Tod passiert auch sehr. Man sollte sich vorher auf jeden Fall überlegen, ob man mit diesem Thema was zu tun haben möchte.
Die Bildsprache ist wirklich atemberaubend und dies sollte jeder so sehen, da man hier wirklich hypnotisiert wird. Bunte Farben, rauschähnliche Bilder und Lichteffekte die einen verstören und verzaubern zugleich. Besonders das Intro wirkt wie ein furioser Epilepsieanfall, da einem hier die Namen nur so entgegen geworfen werden.
Abschließend kann ich nur sagen, dass dieser Film die Meinungen wohl extrem spalten wird, da er auf Grund seiner Thematik und langen Laufzeit nicht vielen Leuten gefallen wird. Ich persönlich war entzückt und verzaubert. Ich kann daher nur eine subjektive Wertung von 10/10 Punkten geben.
Zu einer objektive Wertung bin ich leider nicht in der Lage, da dieser Film einfach jeden Menschen anders verzaubert bzw. kalt lässt. Der Film ist für jeden einen Blick wert der den das Thema Tod und Leben nach dem Tod in irgendeiner Weise interessiert.