Review

"Wenn ich eine Katze werde, kann ich dann Kroketten essen?"

Dieser Satz beschließt den Film. Es wird nicht die einzige Skurrilität dieses wohl bei uns recht unentdeckten Films zu sein. Zumindest ist mir keine offizielle Deutsche Fassung bekannt. Stark literaturlastig mit viel erzählender Stimme aus dem off und fast märchenhafter Attitüde polarisiert VORSICHT SEHNSUCHT schon in den ersten Minuten die Zuschauer und eine Reihe von Sehern weiß genau: Das ist (NICHT) mein Film! Für die Leser mit dem Inhalt in der Klammer lohnt auch das weiterlesen nicht. Die anderen haben sich in den verträumten Stil und die völlige Richtungslosigkeit der ersten Minuten vielleicht schon etwas verliebt.

Man sollte sich nur wenig vorinformieren und von der Geschichte überraschen lassen. VORSICHT SEHNSUCHT hat seinen eigenen Stil und lässt seine Darsteller auch gerne mal Selbstgespräche machen oder einfach in aller Ruhe und Ausführlichkeit laut denken und diese Art der Selbstreflexion und der damit verbundenen intellektuellen Spielerei ist eben nicht jedermanns Sache. Vordergründig herrscht tatsächlich eine relative Ereignisarmut vor und es dauert über eine Stunde bis sich die beiden Protagonisten tatsächlich etwas näher kommen.

Trotzdem lässt sich VORSICHT SEHNSUCHT nicht in übliche Genreschubladen stecken und verweigert sich durch seinen sehr entspannten Stil, der nicht den klassischen Storyaufbau huldigt, auch potentiell einem Massenpublikum obwohl er 2009 einen Spezialpreis der Jury von Cannes erhalten hat. Das Ende ist sehr gelungen und voller surrealer Bilder und knüpft eben an die Überschrift an und hinterlässt damit nicht das einzige Rätsel eines recht ungewöhnlichen Films, den ich auch in diesen wenigen Zeilen nicht wirklich zu erfassen vermochte.

6/10 roten Schuhen....äh,....Punkten

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