Dreckiger wurden die Straßen der Engel nicht mehr
"Vice Squad" ist ein unheimlich sleaziger und ungemütlicher Crimethriller über eine alleinerziehende Prostituierte in L.A., die keine andere Wahl hat als mit der Polizei zusammenzuarbeiten, um einen (u.a. ihre Freundin) mordenden Zuhälter zur Strecke zur bringen...
Wer dachte "48 Hours" war hart...
"Vice Suad" ist ein Drecksstück von Film. Im positivsten Sinne. Hier werden echt keine Gefangen gemacht. Selten war das Polizeigenre schmutziger und böser, selten war Los Angeles versiffter und abgrundtief abgerockter, selten war ein amerikanischer Copthriller näher an seinen italienischen, ungewascheneren Kollegen und Unterarten. "Vice Squad" ist purstes Bahnhofskino, produziert von einem großen amerikanischen Studio. Eine echte Besonderheit also in seiner Nachbarschaft und dank seiner extremen Besudeltheit. Selbst kleinere Witzchen und Mätzchen bleiben einem schnell im Hals stecken. Danach will man duschen, danach will man fluchen, danach muss man jubeln. Der Bösewicht macht Angst. Die Stimmung in L.A. scheint auf dem Siedepunkt zu sein. Jeder hat hier Dreck am Stecken, jeder hat seine eigenen perversen Agendas und Fetischs. Alles ist abgestumpft, versumpft, verstrickt. Ein goldener Regen gehört hier zur Normalität und einem ganz üblichen Dienstag. Die Lebenserwartungen sind arg verkürzt. Und "Vice Suad" gehört insgesamt wahrscheinlich zur Speerspitze der Stinkigkeit in Sachen US-Poliziottesci.
Wie ein Countrysong aus der Hölle
Fazit: Bordsteinschwalben, Nachtschattengewächse, Großstadtbullen, Abschaumallerlei... "Vice Suad" rockt und tritt einem genüsslich zwischen die Beine!