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kurz angerissen* erstmals veröffentlicht: 09.09.2012 Nicht nur wegen der Schwarzweißbilder erinnert dieser chinesische Antikriegsfilm über das Nanjing-Massaker frappierend an “Schindlers Liste”. Entsprechend seines Themas legt er den Fokus nicht auf die Kriegsgefechte, sondern auf die Gräuel der Gefangenschaft. Der Regisseur bebildert die Willkür der japanischen Soldaten im Umgang mit Zivilisten und Kriegsgefangenen, die permanent ohne Zwang exekutiert werden, sowie die Vergewaltigung der Frauen. Das Schwarzweiß verleiht den Geschehnissen einerseits Drastik, andererseits aber auch Abstraktion; in Einzelmomenten versteht sich der Film auch als Kunstwerk, ohne dadurch jedoch ernsthaft seine Authentizität zu gefährden. Durchaus bedrückend und hochwertig. *weitere Informationen: siehe Profil
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Lu Chuan ist ein Regisseur für besondere Filme, was er schon mit "Kekexili" unter Beweis gestellt hat und auch mit diesem Film wieder zeigt. Ruhig und zum Teil poetisch erzählt er die Geschichte des Nanking-Massakers von 1937. Dass sein Film dabei zur Gore-Show verkommt, verhindert nicht nur das schwarz-weiße Bild, sondern auch der Verzicht auf allzu blutige Szenen. Trotzdem gibt es zahlreiche Szenen im Film, die unglaublich grausam sind und für manch einen Zuschauer nicht leicht verträglich sein dürften. Doch auch wenn Regie und Bildsprache äußerst gelungen sind, ist der Mischmasch aus schon fast dokumentarischem Stil und einer episodenhaften Erzählweise mit mehreren Hauptcharakteren gewöhnungsbedürftig. Vielleicht wäre hier weniger mehr gewesen. Zudem hat man zu Gunsten der Dramaturgie wohl einige Abstriche an der historischen Authentizität gemacht. Am sehr guten Gesamturteil ändert das aber wenig.