Im Jahre 1921, wird die Mumie Im-Ho-Tep (exzellent Boris Karloff) aus versehen zum Leben erweckt. 11 Jahre später sichtlich regeneriert kommt Im-Ho-Tep zurück um die Tochter des Pharaos der ihn damals in die ewige Verdammnis verbannte Anck es-en-Amon wieder zu beleben, den wegen der Liebe zu ihr und weil er versuchte sie von den Toten zu erwecken wurde er bei lebendigem Leibe begraben vor ca. 3700 Jahren. Die Reinkarnation schient er in Helen Grosvenor (Zita Johann) gefunden zu haben;
Nach den Erfolgen von Dracula und Frankenstein suchte man bei Universal nach neuem Horror Stoff und nach einem neuen "Monster" in den ihr neuer Superstar des Genres Boris Karloff wieder einschlüpfen könnte. Man fand es in einem Drehbuch von Nina Wilcox Putnam namens "Cagliostro", dabei hatte Cagliostro nicht viel mit dem Endprodukt gemeinsam, es ging nicht um Mumien oder Im-ho-tep oder das was wir heute von dem Film kennen. In der Ursprungsstory ging es eher um einen Alchemisten und Hypnotiseur frankreichs im 18. Jahrhundert. Man beauftragte schließlich John L. Balderston das endgültige Drehbuch zu schreiben, der auch schon an den Drehbüchern für den Lugosi Dracula und den ersten Frankenstein mitarbeitete. Er war es der die Geschichte schließlich nach Ägypten versetzte und aus Cagliostro die Mumie Im-ho-tep. Die Idee von Mumien, Flüchen und der alten Pharaoenen kam nicht von ungefähr, hat man doch schließlich ein paar Jahre zuvor das Grab des Tut-anch-Amun gefunden, einen Fund der zu seiner Zeit unglaubliche Schlagzeilen machte. U.a auch weil auf ihr ein Fluch gelegen haben soll, der den Entdeckern den Tod bringen würde. Aus dieser sicht trat Die Mumie in die richtige Zeit ein und war ein schon fast garantierter Erfolg, da es durch die Entdeckung von Tut-anch-Amun förmlich einen Ägypten Boom gab, Ägypten wurde In. Kinos oder Theater wurden im Stile Ägyptens Dekoriert, jeder wollte nach Ägypten um Ausgrabungen machen. Darum wundert es auch nicht, dass Die Mumie den kommerziellen Erfolg von Dracula und Frankenstein noch mal überbot.
Die meisten werden sicherlich das Remake von 1999 von Stephen Sommers kennen, doch wo der ein Action Abenteuer Movie im Stile eines Indiana Jones war, war das original davon ein weiterer Horror Film von Universal, die in den 30er die Top Adresse wurden für Horror und Monster Filme, man könnte schon fast sagen sie hatten ein Monopol drauf. Und die Mumie ist in meinen Augen einer der besten dieser Zeit, weil er heute noch durch seine unheimliche Atmosphäre, die vor allem durch die Darstellung Karloffs und durch die unheimliche, teils an Dracula erinnernde, Musik von James Dietrich zu überzeugen weiß. Wie schon bei Frankenstein ist bei Die Mumie eine exzellente Arbeit im punkto Ausstattung gelungen, was man vor allem in der Rückblenden Szene sehen kann, den die ist großartig geworden. Im Stile eines Stummfilms gedreht erzeugt sie dadurch ihre Ausstattung für großartige Bilder.
Ein anderer Punkt ist das Make Up was schon bei Frankenstein grandios war, wurde hier weiter gemacht. Jack Pierces Make Up für Boris Karloff ist schlicht weg sensationell und kann sich heute noch sehen lassen. In einer Zeit wo nicht mal von CGI geträumt wurde, schaffte es Pierce mit seinem Make Up eine doch realistische Ausdrucksweise einer Mumie zu geben. Bei dem ganzen Make Up schafft er es aber immer noch die Ausdruckskraft eines Boris Karloffs in den Vordergrund zu stellen. Unglaubliche 8 Stunden soll das auftragen der Maske gedauert haben, damit noch einiges Länger als bei Frankenstein und wie schon bei Frankenstein muss das eine sehr schmerzhafte Erfahrung für Karloff gewesen sein wie man so hört. Doch ganz professionell wie Karloff war soll er sich niemals beschwert haben, bewundernswert wie ich finde, man müsste sich das mal heute vorstellen, ob diese Tortur irgendjemand über sich ergehen lassen würde, das bleibt zu bezweifeln. Doch das Make Up bezog sich nicht nur auf seine Auftritte als wandelnde Untote Mumie die nur ganz zu beginn zu sehen war, auch als er dann wieder regeneriert war (eine Sache die im Remake von Sommers einen ausführlicheren Platz fand) und unter dem Pseudonym Ardeth Bay (im Remake war Ardeth Bay der Majai Anführer gespielt von Oded Fehr) sich unter den Menschen tummelte, unterlag er einer Maske, die, die Falten im Gesicht Im-ho-teps wunderbar hervorhob.
Der vielleicht größte unterschied zwischen Karloffs Mumie und Vosloos Mumie liegt wohl daran das Vosloos Mumie wirklich ein Bösewicht ist, der die Welt auch erobern will und darum mit biblischen Plagen herum jongliert. Während das original Konzept von Im-ho-tep und Karloffs Darstellung einen tieferen Einblick haben. Im-ho-tep ist viel mehr der tragische Part des Films als der Bösewicht, das einzige was er eigentlich will ist mit seiner Liebe Anck es-en-Amon (die übrigens hier die Tochter des Pharaos ist und nicht wie im Remake die Geliebte) glücklich zu sein, für die er die unendlichen Qualen der Ewigen Verdammnis, nicht tot aber auch nicht lebendig 3700 Jahre ertragen hat in dem er versuchte sie von den Toten zu erwecken und somit den Zorn der Götter und des Pharaos erlag. Eine Sache die man besonders in den Augen Karloffs sehen kann, sie sind zwar unheimlich und beängstigend, vor allem wenn es zu dem Effekt mit dem betonen der Augen kommt, jedoch spürt man auch in ihnen das was Im-ho-tep ergangen ist als er bei lebendigem Leib begraben wurde.
Die Regie von Die Mumie übernahm der deutsche Kameramann Karl Freund und lieferte ein exzellentes Erstlingswerk, das es dabei zu Schwierigkeiten während des Drehs vor allem mit Hauptdarstellerin Zita Johann kam, merkt man dem Endresultat nicht an. Eine Szene die den Film wirklich aufwertete und nichtauf bloßen Monsterfilm machte ist die Erweckungsszene der Mumie. Man muss sich das mal vorstellen da ist Karloff 8 Stunden in der Maske um sich von Kopf bis Fuß für diese Szene zu maskieren und was zeigt uns Freund nur kurze Aufnahmen von dem Gesicht und den Händen, ansonsten bleibt es bei bloßen Andeutungen, was ich für eine exzellente Art und Weise halte der Szene mehr tiefe zur Verleihen und nicht auf bloße Effekthascherei bei der Verwandlung zu machen Freund, so kreiert sich die Atmosphäre fast von allein. Freund der u.a für die exzellent atmosphärisch düsteren Aufnahmen vom 1931er Dracula verantwortlich war, ist eines von vielen Referenz punkten, die sich an Dracula orientieren. Die Story, die wie schon erwähnt, vom selben Drehbuchautor wie Dracula stammt zeigt die Geschichte Im-Ho-Teps diese entspricht in groben Zügen der von Graf Dracula, der Untote der von romantischen Gefühlen angetrieben wird um eine Frau ebenfalls zur Unsterblichkeit zu verhelfen, die Hypnotischen Kräfte die beide besitzen. Das opening theme von beiden Filmen ist identisch (übrigens nur so nebenbei, ich weiß auch nicht wie ich gerad drauf komme, aber diese geniale Melodie wurde leider Gottes auch bei Daniel, der Zauberer eingesetzt, nein viel mehr geschändet). Der Charakter den Edward Van Sloan in Die Mumie spielt ist im Grunde genommen seine Van Helsing Rolle aus Dracula.
Neben Karloffs genialer Darstellung des Im-Ho-Teps, brilliert vor allem die Ungarische Bühnendarstellerin Zita Johann, die ihre Doppelrolle einerseits Helen Grosvenor, andererseits die von der Mumie geliebte und reinkarnierte Prinzessin Anck-es-en-Amon großartig spielt. Zita Johann als eine exzentrische Darstellerin bekannt, mit einem Hang zum Okkultismus, die so ihre Schwierigkeiten mit Regisseur Freund hatte, verabscheute eigentlich Hollywood und ihre Starlets, aber dem Ruf des Geldes wird sie wohl nicht widerstanden haben können und das zum Glück, den ihre Performance ist wirklich ausgezeichnet, man merkt ihr darstellerisches Talent in der Kombination ihres doch ungewöhnlich Faszinierenden aber immer noch wunderschönen Aussehens. Ursprünglich war für die Rolle eine andere Eingeplant Katharine Hepburn nämlich. Der Rest der Cast bleibt eher im Hintergrund Edward Van Sloan gibt wieder wie gesagt seinem Charakter Van Helsing hier unter einem anderem Namen neues Leben, ansonsten bleibt nicht viel Platz neben Karloff und Johann.
Fazit: Zwar find ich das Remake, ausnahmsweise mal besser als das original, aber nichtsdestotrotz bleibt Die Mumie ein Klassiker wie sie im Buche steht, mit einer menge an bescheidenen Sequels und 2 guten Remakes. Kurzweilig, interessant und auch ein wenig Gruselig auch wenn das heut zu Tage natürlich nicht mehr so der Fall ist wie vor gut 70 Jahre
8,5/10